Wieder Fake: Von FWF und Wissenschaftsrat empfohlener Conference Checker rät zu Besuch von WASET-Konferenz

In einer linklastigen Medieninformation haben sich nun auch FWF und Österreichischer Wissenschaftsrat in Sachen Fake-Konferenzen und Raubverlage an die Öffentlichkeit gewandt. Unter den Maßnahmen, die „vorrangig weiterentwickelt werden“ sollen, empfehlen sie unter anderem ein Tool namens „Think.Check.Attend“. Ein solcher Konferenz-Checker scheint mir eine sinnvolle rasche Software-Lösung des aktuellen Problems zu sein, also habe ich ihn gleich ausprobiert. Und zwar mit einer der unzähligen Fake-Konferenzen der WASET, der „20th International Conference on Dance“, die am 27. und 28. Dezember 2018 in Wien stattfinden soll. Und siehe da, der Konferenz-Checker empfiehlt nach Eingabe von Konferenztitel und Webseite ausdrücklich den Besuch dieser Fake-Konferenz:

Hinter „Think.Check.Attend“ steckt das Unternehmen „Knowledge E“ aus Dubai, das selbst wiederum eine Konferenz- und Publikationsreihe in einer Grauzone anbietet.

Das ist doch mehrfacher Wahnsinn:

  • Warum empfehlen FWF und Österreichischer Wissenschaftsrat ein Tool, das offenbar keine validen Ergebnisse liefert und nur den Zweck hat, Mailadressen zu sammeln?
  • Warum empfehlen FWF und Österreichischer Wissenschaftsrat ein Tool eines kommerziellen Anbieters, der erneut eine zweifelhafte Publikationsplattform betreibt?

Es sind genau diese Probleme, auf die die aktuelle Debatte hinweisen will: die Unterwanderung der Wissenschaft durch dubiose kommerzielle Interessen. FWF und Wissenschaftsrat sollten Links einer Qualitätsprüfung unterziehen, bevor sie sie öffentlich kommunizieren. Immerhin haben sie nun vorgemacht, was passiert, wenn die Wissenschaft ungeprüft vertraut.

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