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Erschleichungsabsicht und Wesentlichkeit eines Plagiats: Grobe Defizite im österreichischen Universitätsgesetz

Es ist ein vergleichsweise kurzer Absatz im österreichischen Universitätsgesetz. § 89 normiert:

Widerruf inländischer akademischer Grade
Der Verleihungsbescheid ist vom für die studienrechtlichen Angelegenheiten zuständigen Organ aufzuheben und einzuziehen, wenn sich nachträglich ergibt, dass der akademische Grad insbesondere durch gefälschte Zeugnisse erschlichen worden ist.“

Quelle: § 89 UG (Analog heißt es auch in Bezug auf die Nichtigerklärung der Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit nach § 74 Abs. […]

Plagiat, Widerruf des Grades und das intervenierende Moment

Ob ein Plagiat vorliegt oder nicht, hat in Österreich offenbar nicht wirklich viel mit dem Text selbst zu tun.
Ob ein akademischer Grad widerrufen wird oder nicht, hat in Österreich offenbar nicht wirklich viel mit dem Plagiat selbst zu tun.
Anders als in Form dieser beiden Arbeitshypothesen kann ich mir im Moment folgende Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre nicht erklären:
* Ein Magister der Universität Salzburg plagiiert mehr als ein Drittel seiner Diplomarbeit von einer ungenannten Quelle, er behält seinen Grad. […]

Fall von der Leyen: Plagiat ja, Rücktritt möglich, aber Aberkennung nein?

VroniPlag Wiki hat also wieder einmal in bemerkenswerter philologischer Akribie ganze Arbeit geleistet: Die Plagiate in den einleitenden beiden „Theorie“-Kapiteln 1 und 3 sowie im Kapitel 6 („Diskussion“) der Dissertation von Ursula von der Leyen sind nicht mehr wegzudiskutieren. Auffällig viele falsch eingestreute Literaturreferenzen, schlampige Arbeitsweise und Referenzfehler durch Übernahmen aus der Sekundärliteratur, die so auch zu inhaltlichen Fehlern führten, kommen dazu. […]

RTL-„Schulermittlerin“ Sarah Sophie Koch im Visier von VroniPlag

Ihr werter Plagiatsgutachter wusste es schon seit fast zwei Jahren, nun ist es offiziell: Die Dissertation von Sarah Sophie Koch enthält Plagiatsfragmente. Bislang hat VroniPLag 40 Seiten oder 28,8 Prozent der einrechenbaren Gesamtseitenanzahl mit Plagiatsfragmenten, von kleinteiligen bis umfangreichen, dokumentiert. […]

Die Medizin und das Plagiat: VroniPlag wird auch an der Universität Wien fündig

Münster, Berlin, Wien: Erneut steht eine medizinische Dissertation unter dringendem Plagiatsverdacht. VroniPlag Wiki hat die Arbeit zwar noch nicht auf der Hauptseite veröffentlicht, aber Art und Umfang der Plagiate rechtfertigen meines Erachtens die Bekanntmachung.

Dazu passend mache ich im Moment sehr kafkaeske Erfahrungen mit dem medizinischen System, die ich an anderer Stelle veröffentlichen werde. […]

Von Münster nach Berlin: Das Mediziner-Doubletten-Syndrom erfasst nun auch die Charité

Es war ja fast zu erwarten: Der „Flächenbrand“ zu Münster kann auch anderswo entfacht werden. Nun widmet sich VroniPlag Wiki also der Charité. VroniPlag startete die Aufarbeitung mit einer komplett aus einer zwei Jahre älteren Doktorarbeit plagiierten Dissertation. Die absurde Übereinstimmung zeigt sich schon bei den Titeln in der DNB-Datenbank:

„Onkologische Langzeitergebnisse, Inkontinenz und Spätkomplikationen nach transperitonealer laparoskopischer radikaler Prostatektomie ohne Nerverhalt: Follow up von 700 Patienten, operiert in den Jahren 1999-2005 an der Klinik für Urologie der Charité Mitte“ von Anita Lisowski (2010)

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„Onkologische Langzeitergebnisse, Inkontinenz und Spätkomplikationen nach transperitonealer laparoskopischer radikaler Prostatektomie: Follow up von 1000 Patienten, operiert in den Jahren 1999 – 2004 an der Klinik für Urologie der Charité Mitte“ von Ramin Mansour (2008)

Das ist natürlich erneut große Wissenschaftssatire – und gleichzeitig ist es ungemein verstörend, dass solche Dinge auch (gerade?) im sensiblen Bereich der medizinischen Forschung und des Umgangs mit Patientenakten erfolgen. […]

Mit drei Seiten Ko-Autorschaft zum Doktorat: Kürzeste Dissertation der Welt an der Uni Münster aufgetaucht

Wie Kollegin Debora Weber-Wulff in einem Leser-Kommentar im „Causa-Schavan“-Blog berichtet, wurden an der Universität Münster offenbar nicht nur medizinische Doktorarbeiten in Serie (teil-)plagiiert. Es ist nun auch die wahrscheinlich kürzeste Doktorarbeit der Welt aufgetaucht. Sie umfasst gerade mal drei Seiten und ist identisch mit einem kurzen Aufsatz, der zwei Jahre zuvor unter Autorschaft des Doktorvaters und der (späteren) Dissertantin publiziert wurde. […]