Schon wieder neue Spielart entdeckt: Die „Dissertationsdoublette“

Wie oft ist es eigentlich passiert, dass sich eine neue Dissertation an einer älteren auffällig intensiv „orientiert“? Man vergleiche einmal die beiden Dissertationen hier (2000) und hier (2004). Partiell überschneiden sich in beiden Arbeiten zumindest:

– Der Titel
– Etwas „frei nach Wilhelm Busch“ als Motto 😉
– Die Kapitelüberschriften
– Die Kapitelabfolge
– Das Abkürzungsverzeichnis
– Die Einleitung, S. 1, 1. Absatz
– Die Graphik, S. 1
– Die Zusammenfassung, 1. Absatz
– Das Literaturverzeichnis

Einige paraphrasierte Sätze befinden sich auch in der Arbeit. Die spätere Verfasserin war nicht frei von Selbstironie, denn als Motto stellte sie ihrer Arbeit voran:

„Drum ist hier, was ich getrieben
Abgemalt und aufgeschrieben.
Frei nach Wilhelm Busch“

Vielleicht war es ja der Doktorvater selbst, der sie zu diesen Anlehnungen gedrängt hat? Das ist kein (Wortlauts-)Plagiat im herkömmlichen Sinne, allenfalls eine neue Spielart im Graubereich von Redundanz und Wiederholung (einer Versuchsanordnung): Die Dissertationsdoublette. Sie zeigt etwas an, was vielleicht auch in den Naturwissenschaften eine Diskussion wert wäre.

3 Gedanken zu „Schon wieder neue Spielart entdeckt: Die „Dissertationsdoublette“

  1. Naturwissenschaftler

    Es ist Ihnen aber schon klar, dass in den Naturwissenschaften die Kapitelabfolge „Einleitung“, „Material und Methoden“, „Ergebnisse“, „Diskussion“ allgemein verbindlich ist? Und dass es dort für die einzelnen Fachgebiete allgemein verbindliche Abkürzungen gibt, die daher auch in allen Arbeiten des Fachgebiets auftauchen werden?

  2. Kurt Johannsen

    Dann schau dir mal die beiden Arbeiten genauer an du Schlaule. Scrolle mal die beiden Arbeiten nebeneinander auch deinem Bildschirm durch. Gerade am Anfang wirst du alleine durch die Abbildungen sehen, dass es komplett übernommen wurde. Irgendwann zwischen drin mal Grafiken verwendet die anders aussehen, es aber nicht sind. Z. B. 3-dimensionale Darstellungen reingemacht, wo im original 2-d sind oder Schaubilder auf mehrere Seiten verteilt, statt mehrere auf eine Seite etc. etc. Das von 2004 ist eindeutig abgeschrieben, also ein Plagiat . Dass das von 2004 schlampig ist und die Person keine Ahnung vom wi. Arbeiten hat, sieht man auch daran, dass das (an das Original „stark angelehnte“) Abkürzungsverzeichnis Abkürzungen enthält, die dort nichts verloren haben, wie: „z. B. zum Beispiel; sec Sekunde; h Stunde“ und ganz besonders toll: „vgl. vergleiche“ Das ist eine Leistung! Dazu muss man ja nichts mehr sagen.

  3. Ator Plagi

    Auf Seite 13 der Arbeit von 2004 ist die 2000-er Arbeit als Referenz angegeben und es wird erklärt, daß die 2004-er Arbeit auf den Ergebnissen der Arbeit von 2000 aufbaut. Die vollständige Quelle (Reinsberg, Doktorarbeit) ist auf Seite 135 im Literaturverzeichnis angegeben. Wo genau ist das Problem?

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