Einmalige Dynamik: Kollaborative Dokumentation der Guttenberg-Plagiate im Netz

So etwas hat es noch nicht gegeben: Der Fall Guttenberg wird nun nicht von verschwiegenen Gremien der Universität Bayreuth und der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgeklärt, sondern kollaborativ im Netz. Die Liste der Übereinstimmungen umfasste bereits heute in der Früh 23 Seiten und wird wohl in den nächsten Stunden und Tagen noch deutlich wachsen.
Man muss sich das einmal vorstellen: Offenbar enthält die Arbeit erdrückend viele Plagiate, und dennoch spricht ein Jurist davon, das sei alles „eher nicht entziehungsrelevant„, obwohl Abschreiben schon ein Fehlverhalten sei…

15 Gedanken zu „Einmalige Dynamik: Kollaborative Dokumentation der Guttenberg-Plagiate im Netz

  1. Pingback: Seiner Aufgabe nicht gewachsen | chefarztfraulicher:beobachter

  2. Klaus Skarabis

    Hallo!

    Das N E U E Medium erspart Hinterzimmer-Untersuchungen, die oft dazu dienen, niemandem wehzutun. Man höre die C-Parteien nur von einer Kampagne sprechen.
    Ich bin sehr positiv angetan von den neuen Möglichkeiten.
    Wer hätte den Herrn Minister, den ich sympatisch finde und für fähig halte, für derart D U M M gehalten, anzunehmen, dass DAS nicht herauskommt.
    Wir erleben ein STÜRZEN DER IDOLE – oft schon, bevor sie recht aufgebaut wurden.

  3. Tinkywinky

    Hier will doch nur jemand für sich selbst Werbung machen. Und da kommt der politische Gegner Guttenberg doch gerade recht!

    Widerlich!

  4. Pingback: Das Internet schlägt zurück – Wir sind Zeugen eines erstmaligen Vorgangs in der Wissenschaftsgeschichte | Analyse + Aktion

  5. Dr. Gras

    Enttäuschung. Verlogenheit, Vertrauen verloren…

    Was ist hier passiert: Es sind nicht nur kleine Texte falsch zitiert worden, sondern DIE EINLEITUNG ist über Absätze hinweg kopiert worden. Und diese Tatsache musste irgendwann an die Öffentlichkeit geraten.

    Jeder, der einmal eine wissenschaftlich gearbeitet hat weiß, wie wichtig jede Veröffentlichung ist und gar die Doktorarbeit, mit der man in der Regel seine wissenschaftliche Laufbahn abschließt.

    Und nun sollen wir glauben, dass ein intelligenter, offensichtlich smarter Politiker kurz übersehen hat, dass die Einleitung ein „bisschen kopiert“ worden ist. So dämlich kann keiner sein, nicht mal ein Politiker!

    Meine Vermutung ist, dass Hr. z. Guttenberg seine Doktorarbeit nicht selbst geschrieben hat, sondern hat schreiben lassen. Das ist so das schlimmste, was man in einer wissenschaftlichen Arbeit machen kann. Sich mit fremden Federn schmücken. Das würde u.a. bedeuten, dass er die eidesstattliche Erklärung gefälscht hat, die jeder Doktorarbeit vorausgeht.

    Aus diesen Gründen bin ich der Meinung, dass Menschen, die solch eine Verlogenheit an den Tag legen, um andere Menschen zu täuschen nicht geeignet sind in einem demokratischen System ehrliche Menschen zu vertreten.

  6. Anna Lena

    @stiller beobachter:
    Haben sie die Rezensionen auf Amazon denn auch gelesen…?

    …oder bloß die Ironie nicht verstanden? Das ist Satire, und nebenbei bemerkt, größtenteils noch nicht mal schlechte!

  7. asdf

    @asdf

    Ganz richtig, der Guttenberg: um an die Macht zu kommen, braucht es leider einen Dr. Titel — sobald man an der Macht ist, lacht man einfach nur noch drüber…

    Nur Steuergeld kostet das alles… (inkl. das Uni Bayreuth-Verfahren, das jetzt angeworfen wird.)

  8. Dirk

    Wenn ich zu viel um die Ohren habe, dann entscheide ich mich auch nicht für eine Doktorarbeit. Man kann doch nicht alles haben. Ich kenne viele Studenten, die gerne promovieren würden, aber konnten sich das einfach nicht leisten, weil sie arbeiten mussten.

  9. Ella

    Ich denke, dass Guttenberg durch diese Geschichte mit Plagiat noch an Beliebtheit gewinnen wird. Obwohl seine Schuld so offensichtlich ist, gibt es Leute, die durch diese Geschichte gar nicht von Guttenberg enttäuscht sind.

  10. R.Mermi

    Meiner Meinung nach gehören auch die Promotionsarbeiten anderer promovierter Politiker, wie Minister, Abgeordnete des Bundestags und der Länderparlamente genau unter die Lupe genommen, sind doch an Politiker höchste Ansprüche u.a. bezüglich ihrer Integrität und Glaubwürdigkeit zu stellen.
    Werden die Politiker schon nicht von offizieller Seite her „abgeklopft“, dann sollte dies die Internetgemeinschaft tun. „Schwarze Schafe“ müssen entlarvt und aus ihren Ämtern entfernt werden.

    RM

  11. Dr. Martin Oberhauser

    zu Guttenberg geniesst weiter meine Hochachtung. Er hat nichts zu bereuen. Sein Doktortitel ist ihm wieder von der Uni Bayreuth mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzuerstatten.

  12. i. rapaport

    Wer steht eigentlich hier wirklich am Pranger?

    Je länger sich diese story hinzieht, desto mehr finde ich, daß man den Doktorvater und dem Gremium, welche KT sein cum laude verpaßt, u.U. (man denke an die monetären Hintergründe) aufgedrückt hatten, unter die Lupe nehmen sollte.
    Würde man jede der arbeiten richtig unter die Lupe nehmen, würden wahrscheinlich 80% an der Promotion scheitern. Dafür ist das Konvolut von Internetmaterial zu groß und zu verführerisch, als man sich jahrelang das Leben um die Ohren hauen muß.

    Insofern stellen sich zwei fragen: hat das ganze noch überhaupt einen noch einen Sinn, wenn dieses ganze „Herumdoktorn“ zum einen schon inflationäre Züge annimmt und zum anderen, wenn Universitäten, die ihnen auferlegte Pflicht, derart lasch nachgehen, daß so viele durchrutschen?

    Und wenn etwas schief läuft, dann sind es nur die Doktoranten, die daran glauben müssen, all die anderen sind leider nur getäuscht worden.
    Ich würde zur Abwechslung mal einem Doktorvater seinen Titel entziehen….

  13. Beime

    Wer hat das Plagiat von Guttenberg aufgedeckt? Kann mir jemand den entsprechenden Link mitteilen?

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