Ein falscher Professor an der Uni Hamburg und ein falscher Doktortitel für die PR-Chefin der Deutschen Bahn

Und an dieser Stelle noch der Hinweis auf einen Kriminalfall, der hier, hier und hier nachzulesen ist (genauer: eine Groteske). Wenn das Drehbuchautoren nicht inspirieren wird!

Auch in dieser Causa wurde ich bislang um Stillschweigen gebeten, aber nun ist sie publiziert worden. Klar ist für mich: Frau „Dr.“ Antje Lüssenhop hat erst Farbe bekannt, nachdem ich begonnen hatte, bei ihr nachzuforschen. Das war vor zwei Wochen. Sie wusste also mit Sicherheit schon vorher, dass etwas mit ihrem Doktortitel nicht stimmt. So naiv ist niemand, zumal es einen Präzedenzfall gab, der nach demselben Muster ablief. Das wäre dann keine Bagatelle mehr, sondern nichts Geringeres als eine Straftat nach § 132a StGB.

Frau Lüssenhop hat länger als zehn Jahre ihren Doktortitel getragen und sich damit berufliche Vorteile verschafft. Ich fordere sie hiermit öffentlich auf, ihre „Dissertation“ zumindest jetzt zu publizieren.

9 Gedanken zu „Ein falscher Professor an der Uni Hamburg und ein falscher Doktortitel für die PR-Chefin der Deutschen Bahn

  1. Pingback: Entdoktorung des tages | Schwerdtfegr (beta)

  2. Dr. Eike Lauterbach

    Ich finde es höchst verwerflich, sich mit Titeln zu schmücken, die man nicht selbst erworben hat, denn andere investieren viele Jahre harte Arbeit in den Erwerb eines solchen Titels. Jedoch ist auch die Kompetenz der Gutacher infrage zu stellen. Ein Professor ist ebenfalls verantwortlich zu machen für die Vergabe eines solch fälschlicherweise verliehenen Titels. Aber das wird wohl zunehmend Mode. Aberes geht auch einfacher. Für ein paar Euro kann man sich auch einen Titel kaufen.

  3. Andreas Ungerer

    Wer, wie der Dentist „Dr. XXX [vom Administrator gelöscht]“ (suchen Sie nach dem Begriff!), dem richtigen Stand angehört, darf anscheinend, auch laut der hierfür angeblich zuständigen Generalstaatsanwaltschaft, völlig straffrei Werbung mit dem hierzulande höchsten, jedoch nie erworbenen, akademischen Grad betreiben.
    Ermittlungen zu erwiesenem Diebstahl von Zahngold durch den Dentisten wurden von Strafverfolgungsbehörden, wie mir der zuständige Oberstaatsanwalt in Essen schriftlich mitteilte, „mangels öffentlichen Interesses“, eingestellt.

    So viel zur Praxis der (rechts)wissenschaftlichen Redlichkeit.

    Anm. des Administrators: Das mag ein interessanter Fall sein, und ich sehe auch Hinweise für unerlaubtes Titel-„Upgrading“. Ich bitte aber um Verständnis, dass das hier anonymisiert publiziert werden muss. Bitte wenden Sie sich doch mit Beweisen/Unterlagen an die Massenmedien, etwa Herrn Horstkotte.

  4. Müller

    Stimme der Frau Dr. Lauterbach zu, da diese „Dr’s“ genießen und kassieren jahrelang die Früchte Ihrer “ Docktorarbeit“, jahrelang Lügen die Geselschat an, um dann noch(!!!) zu sagen – ich wurde betrogen, „jemand“ hat mir einen “ falschen“ Doktortitel verkauft! So ein Absurd! Und solche falsche „Lügendoktors“ haben genug Geld und Frechheit, um am Ende mit Hilfe von den Rechtsanwälten, ganz unschuldig rauszukommen. Es ist an der Zeit gegen solchen Straftaten etwas zu unternehmen. Kaum vorstellen, das so eine „falsche“ Sprecherin macht immer noch PR für die DB! Und am Ende bekommt noch ein sehr dicke Abfindung. Horrorvorstellung!

  5. H. Dankwort

    Ich bin Frau AL vor Jahren beruflich begegnet. Sie war eine fraglos kompetente PR-Managerin (wenngleich nicht überragend), im Gespräch eloquent, erschien mir aber auch sehr karriereorientiert und setzte dabei ihr vorteilhaftes Äußeres geschickt ein. „Erfolge“ bei den „richtigen Leuten“ vorweisen zu können, war ihr nach meiner Einschätzung wichtiger, als das Richtige zu tun.
    Ihr Dr-Titel hat mich immer irritiert, obwohl ich dafür keine Anhaltspunkte außer meinem Eindruck hatte. Sie schien mir für eine jahrelange Forschungs- und Schreibarbeit nicht systematisch und methodisch genug zu sein (ich habe einige PR-Texte von ihr gelesen), außerdem angesichts ihrer Berufslaufbahn etwas jung.

    Nun las ich gerade eine anonymisierte Meldung über den falschen Doktortitel einer „PR-Chefin eines deutschen Konzern“, dachte: „Das wird doch nicht…?“, warf Google an – und Bingo.

    Soll heißen: Chefs und Pesonalchefs, mit denen sie zu tun hatte, hätten meines Erachtens etwas merken können – aber ich vermute, dass wegen der blendenden Fasssde und berufsfachlichen Kompetenz niemand es der Mühe Wert hielt, bei den Ungereimtheiten nachzuhaken.

    Jemand wie AL wird immer eine Ausnahme bleiben. Die Chefs und Personalchefs, die man mit dieser Masche beeindrucken kann, sind die Regel. DAS ist das Problem, über das geredet werden sollte.

  6. Neubauer

    Laut Impressum der DB Kundenzeitschrift mobil heißt ehemals Frau Dr Antje Lüssenhop jetzt Frau Neubauer – auch eine Möglichkeit mit dem Problem umzugehen – bei dieser Geschichte wohl die einzige Chance.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.