Konsequenz aus Glyphosat-Copy-Paste-Skandal: EFSA publiziert neue Richtlinie für Anträge und Behördenberichte zu Pestiziden

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat gestern eine neue Richtlinie für das Peer-Reviewing von Studien zu Pestiziden für Antragsteller und berichterstattende Mitgliedsstaaten („Rapporteur Member States“) veröffentlicht.

Diese erste Konsequenz aus der Copy-Paste- und Plagiatsstudie zur Wiederzulassung von Glyphosat in der EU von Helmut Burtscher, mir und einem kleinen Team ist sehr erfreulich. Beeindruckend ist auch die Schnelligkeit, mit der es hier zu einer Überarbeitung kam. Die Lorbeeren gehen an Helmut Burtscher, der die Text-Konkordanzen ursprünglich entdeckt hat und mit seiner Hartnäckigkeit und Akribie nun hoffentlich eine Verbesserung des Berichtswesens bewirkt hat.

Auf S. 35 der neuen Richtlinie ist zu lesen:

It is noted that the proposed template clarifies what is taken from the applicant’s dossier and what is the RMS’s assessment, thus increasing the transparency of the evaluation.

In case the applicant/RMS considers that the study is not acceptable anymore according to current guideline or guidance criteria, a substantiated justification should be provided in the summary dossier/RAR and the study could be summarised more briefly or just the assessment why it is unacceptable presented.“ (Hervorhebung SW)

Das in der Richtlinie erwähnte neue Template „Appendix E“ ist hier zu finden.

Wir werden weiterhin ein kritisches Auge darauf werfen, ob die strikte Kenntlichmachung der Unterscheidung von Antragstexten und Behördenkommentaren tatsächlich umgesetzt und so die Transparenz des Evaluationsprozesses wirklich erhöht wird. Die Forderung einer farblichen Kenntlichmachung, die wir auch in unserem Bericht erhoben haben, bleibt aus meiner Sicht aufrecht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.