Die Text-Verschwörung oder: Zunehmender Ärger mit nicht beeinflussbaren, (semi-)automatisch generierten Texten im Web

Zehn Jahre nach „Das Google-Copy-Paste-Syndrom“ schreibe ich derzeit mein neues Buch zu Automated Content. Ein unglaubliches Thema, das mittlerweile weit über Social Bots und journalistische „Schreibroboter“ hinausreicht.

Für mein Buch suche ich nach Unternehmen und Privatpersonen, die sich über mutmaßlich (semi-)automatisch generierte Texte im Web ärgern. Google, Facebook und andere Big Player arbeiten schon seit einiger Zeit mit Natural-Language Processing-Technologien, die es erlauben, eine definierte Menge von Texten zu einem neuen Text zusammenzufassen oder einen Text überhaupt aus fremden, maschinell gesuchten Bestandteilen zu generieren.

Das Projekt Google Knowledge Graph (die von Google generierten Informationen rechts neben der organischen Trefferliste) arbeitet ebenfalls mit Informations-Extraktion. Neben Texten werden hier auch Bilder und verwandte Suchbegriffe integriert. Das ist aber noch fehlerhaft. Denn im vergangenen Jahr sah Ihr werter Autor und Plagiatsgutachter so aus:

Zwei weitere Negativbeispiele: Das erste aus den „Editorial Descriptions“ von Hotels in Google Maps. Zigtausende Hotels weltweit werden nach demselben Strickmuster beschrieben, hier die „Hoteldetails“ eines Salzburger Hotels:

Ein Stadtsalzburger kann über die Bezeichnung „belebte Einkaufsstraße“ für die enge mittelalterliche Getreidegasse in der Fußgängerzone nur lachen. Die Geoinformation ist zudem sinnbefreit, man kann sich unter ihr nichts vorstellen. In Wahrheit befindet sich das Hotel hinter dem Neutor, im Stadtteil Riedenburg, angrenzend an die Linke Altstadt.

Ein zweites Beispiel:

Der Effekt der Standardisierung ist hier, dass überhaupt nichts ausgesagt wird: Der Text passt als Maske zu jedem Unternehmen der Welt.

Sind Sie Unternehmer, Selbstständiger oder eine sonstige betroffene Privatperson und haben Sie auch schon Ihre Erfahrung mit „Texten aus Geisterhand“ im Web gemacht? Bitte mailen Sie mir an weber@plagiatsgutachten.de und schicken Sie mir ein Snippet und die URL. Bitte schreiben Sie mir auch, ob Sie damit einverstanden sind, dass ich einen Screenshot zu Ihrem Fall im Buch dokumentiere.

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