Wissenschaftliche Dokumentation zur Dissertation von Dr. Katrin Döveling, IfK der TU Dresden (Teil 2, to be continued)

Von “Recherchetiefe”, “Quellen-Check” und “Faktengenauigkeit” schrieb Wolfgang Donsbach vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden 2012 in einem Blog-Kommentar. Er sprach damit journalistische Kernkompetenzen an. Aber wie sieht es mit den wissenschaftlichen Kernkompetenzen aus, etwa bei den eigenen berufenen Kolleginnen? Anbei meine neue Liste (Stand: 10. 11., 15:00). Ich werde mich hüten, diese hier wertend zu kommentieren, denn die Anwälte lauern bereits auf jedes Wort, das ich hier schreibe. Ich denke aber, die Konkordanzen sprechen für sich.

Schade, wenn nicht furchtbar, dass die Auseinandersetzung um Qualitätssicherung in einem Fach so geführt werden muss. Alle, die sich an meiner Veröffentlichungsmethode stoßen, bitte ich zu bedenken, dass hier eine Begutachtung einer Dissertation vorgängig war – und eine Beurteilung mit “magna cum laude”. Ich betone weiter, dass die Fundstellen in beiden Kategorien erst der Anfang sind. Damit will ich niemanden unter Druck setzen, sondern nur dem Quantitätsargument etwas entgegenhalten. Die von der Software in Sachen Eigen-Copy-Paste ausgespuckte Liste ist etwa die längste, die ich überhaupt bislang zu bearbeiten hatte.

Ich habe Wolfgang Donsbach einen Tag nach der zweifelhaften Dresdner Podiumsdiskussion zu Plagiaten zur gemeinsamen Aufklärung eingeladen. Er hat Schweigen vorgezogen.

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25 Antworten zu “Wissenschaftliche Dokumentation zur Dissertation von Dr. Katrin Döveling, IfK der TU Dresden (Teil 2, to be continued)”

  1. Kommentator sagt:

    Zu der angesprochenen „zweifelhaften Dresdner Podiumsdiskussion zu Plagiaten“ möchte ich bemerken, daß mich ihr Verlauf und Ausgang durchaus enttäuscht hat. Denn es wurden so ziemlich alle Varianten der Relativierung und Verharmlosung wissenschaftlichen Fehlverhaltens ins Feld geführt. Die Inschutznahme von Betrügern kann ich als redlich arbeitender Wissenschaftler dabei nur als Hohn empfinden. Die Plagiatsdebatte kann wohl substantiell/zielgerichtet nicht geführt werden, solange die Problemwahrnehmung seitens des „Establishments“ noch getrübt ist.

  2. Veranstaltungsbesucher sagt:

    Was war denn genau an der Podiumsdiskussion “zweifelhaft”? Ich saß im Publikum und fand’ es relativ interessant.

  3. admin sagt:

    Klar, auch zweifelhafte Veranstaltungen sind oft interessant. Rückblickend (und ich hatte wenig anderes erwartet) dienten die ganze Vorbereitung Wolfgang Donsbachs, das “launige” Kurzstatement Lutz Hagens und die wenigen Aussagen des Dekans dazu, das Plagiatsproblem an Universitäten, das ein massives ist, mit zum Teil unsinnigen Vergleichen nahezu in Abrede zu stellen. Vieles, was hier von Dresden kam, habe ich vorher auch in Salzburg und Klagenfurt recht ähnlich gehört. Es fehlte nur noch die Binsenweisheit: “‘Die Erde ist rund’ braucht doch keine Fußnote.”
    Letztlich geht es darum, dass die Betreuer nicht zugeben wollen, dass sie die Arbeiten (viel schlimmer noch: die entscheidenden Qualifikationsschriften ihrer eigenen KollegInnen!) nie genau oder gar nicht gelesen haben. Wer hier verarscht wird, sind die Studierenden, die ihre wissenschaftlichen Texte offenbar umsonst schreiben – mitunter unter Einhaltung von Regeln, die von den Lehrenden selbst nicht eingehalten wurden (warum auch immer…). Wer hier auch verarscht wird und wurde, sind weiter jene, die sich auf Stellen beworben haben mit Arbeiten, die der guten wissenschaftlichen Praxis entsprechen.
    LG
    sw

  4. Kommentator sagt:

    Ich fand die Veranstaltung sehr öde, weil inhaltlich gar nicht zur Sache gesprochen worden war.

  5. Gegenstimme sagt:

    Wer sagt Ihnen denn, dass die Qualitfikationsschriften nicht gelesen werden? Man kann die Arbeiten sehr wohl, sehr intensiv lesen – was im Übrigen der Standard ist! – und dennoch nicht entdecken, ob Textstellen nicht oder nicht ordnungsgemäß zitiert wurden. Sie selbst nutzen doch extra ein Programm, um diese Textvergleiche anzustellen, und maßen sich gleichzeitig an, über Betreuer zu urteilen, die die relevante Literatur nicht wortwörtlich im Gedächtnis gespeichert haben.

    Wer hier verarscht wird, sind in der Tat die Studierenden. Durch Leute wie Sie und durch Methoden, wie Sie sie anwenden, lernen die Studierenden lediglich, Ihre eigenen Arbeiten solange durch einen Plagiatsscanner zu jagen, bis dieser nichts mehr findet. Was das mit fundiertem, wissenschaftlichen Vorgehen zu tun hat, müssen Sie mir bitte einmal erklären.

    Das Plagiatsproblem darf man gewiss nicht kleinreden – was in der Veranstaltung meiner Ansicht nach auch nicht getan wurde, aber allein durch fehlerfreies Zitieren entsteht keine gute Wissenschaft. Das ist jedoch genau das, was Sie suggerieren.

  6. admin sagt:

    Liebe “Gegenstimme”,

    nein, nein, nein. Dass etwa in der Arbeit von Frau Döveling nicht korrekt zitiert wurde (jenseits der Frage Plagiat oder nicht), sieht man schon beim ersten Daumenkino (dafür genügt ein Blick auf die Fußnoten). Auch minimal umgeschriebene Sätze aus Standard-Lehrbuchliteratur müssten bei etwas genauerer Lektüre dem sachkundigen Leser auffallen. “Meine” erste Stelle in besagter Arbeit habe ich nicht mit Software gefunden, sondern einfach mit Googeln einer Wortkette bei einer wissenschaftlich elaborierten Formulierung. Auch das dauerte nur wenige Minuten. Und dazu kommen noch dutzende doppelte (ja bis zu vierfach verwurstete) Textfragmente, die einem Begutachter sowieso hätten auffallen müssen.

    Wann habe ich denn suggeriert, dass “allein durch fehlerfreies Zitieren” “gute Wissenschaft” “entsteht”? Ich wiederhole nochmal meine Aussage von der Veranstaltung, dieselbe wie schon x-mal vorher: Fehlerfreies Zitieren ist die Basis dafür, dass ich mich überhaupt erst mit dem Inhalt einer wissenschaftlichen Arbeit auseinandersetzen kann, also ihn “gut” oder “schlecht” finden kann. Durch (wiederholtes oder methodisches) falsches Zitieren oder gar Plagiieren entsteht also per se keine gute oder schlechte Wissenschaft, sondern gar keine Wissenschaft. Wenn die Referenzkultur nicht stimmt, war die Sache das Papier bzw. die Pixel (oder eben: die Mühen des Ab- und Umschreibens) nicht wert.

    LG
    sw

  7. Gegenstimme sagt:

    Da widerspreche ich Ihnen doch erneut. Fehlerhaftes Zitieren ist auch für den Fachkundigen schwer zu entdecken. Auch in meinem Fachbereich würde ich mir nicht anmaßen, jegliche Literatur aus dem FF zu kennen, selbst wenn es sich dabei um Lehrbücher handelt.

    Wenn Sie Lehrbuchstellen relativ schnell aufspüren (ohne Software!), wäre das eher ein Zeichen dafür, dass Sie sich weniger mit solchen Werken, sondern mehr mit der Vielfalt an peer-reviewed Artikeln beschäftigen sollten. Spätestens dann wird es aus meiner Sicht fast unmöglich, ohne eine generalisierte Software-Suche auf Textübereinstimmungen zu stoßen.

    Zwar sagen Sie, dass der Fund von Textstellen für Sie nur ein erster Schritt ist, um sich näher mit den Arbeiten zu beschäftigen, aber mit Verlaub, ich bezweifle sehr stark, dass Sie viele der von Ihnen “überprüften” Arbeiten inhaltlich verstehen. Vielleicht in Ihrem Fachbereich, keinesfalls jedoch z.B. im Bereich der Medizin oder Physik. Hier widersprechen Sie sich also im Kern. Wenn Sie sich wirklich inhaltlich mit den Arbeiten auseinandersetzen würden (bzw. dazu fähig wären), dann frage ich mich, warum Sie in keinem der von Ihnen bemängelten Werke inhaltlich auf die Arbeit eingegangen sind. Sie prüfen auf fehlerhaftes Zitieren. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Dass Sie auf dieser Basis den absoluten Anspruch erheben, dass Wissenschaft nur bei fehlerfreier Zitierung möglich ist, sei Ihnen als Ihre persönliche Meinung gegönnt, Sie sollten jedoch auch in Betracht ziehen, dass Sie die Wahrheit nicht gepachtet haben und es andere Auffassungen darüber gibt.

    Ich möchte jedoch klarstellen, dass ich damit nicht in Frage stelle, dass es Plagiate gibt, die nicht zu dulden sind. Die gibt es sehr wohl, und sollten angemessen! (Ihren blog zähle ich nicht dazu) aufgedeckt werden. Ich verwahre mich jedoch dagegen, jeden meiner Studenten durchfallen zu lassen, weil Sie und irgendwelche Verwaltungsgerichte anno dazumal der Meinung waren, eine übereinstimmende Textstelle würde die Täuschungsabsicht beweisen. Das tut sie in der Realität nämlich nicht.

    Um Ihre Worte aufzugreifen: Wissenschaft, im Kern also das Gewinnen neuer Erkenntnisse, findet auch ohne Referenzkultur statt (zweifelsohne kann man dann aber die normative Debatte führen, ob das gut ist oder nicht), Referenzkultur ist jedoch mitnichten ein Garant für Wissenschaft!

  8. Blitzmerker sagt:

    @ “Gegenstimme” (Vom Duktus her klingt´s nach Donsbach. Ist er es?)
    Wie wäre es, wenn wir die Debatte mal wieder vom Kopf auf die Füße stellten? Ich habe vor nicht allzu langer Zeit als Student gelernt, wie die Regeln für wissenschaftliches Arbeiten lauten; wie ich eigene Gedanken von denen fremder Leute unterscheide. Das ist die ganz vernünftige (und wenn Sie wollen auch schnöde) Basis. Daran hat sich jeder zu halten. So einfach ist das.
    So gesehen empfinde ich es als reines Ablenkungsmanöver, wenn Sie hier dem Blogbetreiber wiederholt vorwerfen, er verabsolutiere den Grundsatz “sauberes Zitieren gleich gute Wissenschaft”. Sauberes Zitieren ist nicht alles, aber ohne sauberes Arbeiten beim Zitieren ist eben alles nichts.
    Bei den Verteidigern von Haferkamp, Döveling und Co. fällt auf, dass sie sich nie offen und konkret zu den Stellen äußern, die S. W. dankbarerweise transparent gemacht hat. Ich finde diese Stellen, als Ganzes gesehen, ziemlich peinlich für Menschen mit einem gewissen wissenschaftlichen Anspruch. Und mal abgesehen von der Frage der Zitierweise: Ich habe mir in der SLUB einmal das Werk von Frau H. näher angeschaut. Die empirische Ausbeute erscheint mir reichlich banal. Das Ding ist auch voller Tippfehler und durchsetzt mit schlechtem Deutsch. Wir haben uns (darunter mehrere Doktoranden) gegenseitig ein paar Stellen vorgelesen und wussten nicht, ob wir erschüttert oder erheitert sein sollten.
    Die Plagiatsaffäre am IfK erscheint allmählich immer stärker als eine IfK-Affäre – betreffend die fragwürdige Qualität der dortigen Forschung…

  9. Gegenstimme sagt:

    @Blitzmerker: wie ich oben schon andeutete, stamme ich aus einem gänzlich anderen Fachbereich, bin also nicht Prof. Donsbach.

    Ich stimme mit Ihnen überein, dass richtiges Zitieren ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaftskultur ist, dennoch bleibt es bei meinem Vorwurf, dass die Arbeitsweise der “Plagiatsjäger” das Zitieren zu einem absoluten Kriterium macht. Ich wiederhole meine Aussage weiter oben, dass – wäre das Zitieren eben nicht alles, worauf es den Plagiatsjägern ankommt – es zusätzlich eine inhaltliche Debatte um die Qualität der Arbeiten geben müsste. Diese gibt es jedoch bei keiner der bemängelten Arbeiten. Insofern ist es keineswegs nur ein Ablenkungsmanöver, festzustellen, dass nur auf Zitationen geschaut wird.

    Was nun die konkreten Arbeiten angeht, so äußere ich mich dazu bewusst nicht. Dies sehe ich als Aufgabe entsprechender Kommissionen an den Universitäten. Ich reihe mich hier nämlich nicht in die Riege derer, die in einer Art Verschwörungstheorie den Universitäten den Willen zur Aufklärung absprechen. Das mag die persönliche Erfahrung von Herrn Weber aus Österreich sein, entbehrt aber bisher verallgemeinerbaren Beweisen. Man kann nämlich sehr wohl trennen zwischen allgemeiner Plagiatsdebatte und konkreten Vorwürfen. Meine Aussagen verstehe ich losgelöst von konkreten Personen in eben dieser allgemeinen Weise.

    Gleichwohl schüttele auch ich den Kopf, dass z.B. die Universität Duisburg-Essen bis heute kein Urteil über die Arbeit von Frau Haferkamp gefällt hat. Mag sein, dass man sich dort bis zum letztmöglichen Tag Zeit nimmt, eine zügigere Arbeitsweise wäre jedoch sicherlich gut gewesen (und wäre es immernoch).

    Eine letzte Sache, die mir hier permanent sauer aufstößt, ist diese unsägliche, so leicht zu durchschauende Polemik “IfK-Affäre” und ähnlicher Äußerungen mehr. Ich frage mich bis heute, was das mit dem IfK bzw. der TU Dresden im Allgemeinen zu tun hat. Frau Haferkamp wurde in Duisburg-Essen promoviert, Frau Döveling laut oben stehendem Link an der Uni Erfurt. Als ob irgendein Institut oder eine Universität bewusst Personen beruft, deren Arbeiten unter Plagiatsverdacht stehen. Warum hat Herr Weber bisher noch kein einziges Mal die Heimuniversitäten, an denen die Dissertationen entstanden sind, kritisiert?

    Ein gutes hat diese “persönliche Note” dieses blogs jedoch: es wird einmal mehr deutlich, dass es einer unabhängigen Institution bedarf, die Qualifikationsschriften prüft und nicht eines Privatmanns, dessen Motive – so darf man Herrn Webers Äußerungen in der Plagiatsveranstaltung getrost verstehen – “nicht hehr” sind.

  10. Gast1 sagt:

    Liebe “Gegenstimme”,

    ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu! Im Grunde genommen sind wir uns doch alle darin einig, dass Plagiate wie bei Guttenberg nicht kleingeredet werden dürfen, sondern aufgedeckt werden müssen. Wenn jetzt aber selbsternannte Plagiatsjäger ohne Kenntnis der jeweiligen Zitierkultur des Faches und mit zweifelhafter Motivation anfangen, in polemischer Form wilde Anklagen zu erheben und sich außerdem zum Richter und Henker aufspielen, dann grenzt das schon an Rufmord. Vor allem aber wird das eigentliche Ziel, nämlich die Aufdeckung von Plagiaten, nicht gefördert, sondern behindert. Um gleich einen konstruktiven Vorschlag hinzuzufügen: Herr Weber hätte die Vorwürfe zunächst systematisch sammeln und dann an die jeweilige Universität und gleichzeitig an die DFG senden sollen. Wenn daraufhin nichts passiert wäre, hätte er androhen können, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Das wäre eine von vielen sinnvollen Vorgehensweisen gewesen.

    LG
    Gast1

  11. Blitzmerker sagt:

    @ “Gegenstimme”: Ich habe keineswegs die Vermutung geäußert, dass ein Institut wie das IfK “bewusst Personen beruft, deren Arbeiten unter Plagiatsverdacht stehen”. Wie sollte es auch? Hier stellt sich vielmehr die Frage nach wissenschaftlicher Professionalität – oder ins Negative gedreht: zumindest nach einer gewissen Wurstigkeit, die sich hier offenbart. Wie egal muss einem Promovenden die Disziplin sein, wenn man – um hier ein Beispiel aufzugreifen – im Theorieteil vermutlich den guten alten Schenk-Sammelband ausschlachtet; anstatt selber an die zugrunde liegenden Studien zu gehen. Zynisch könnte man sagen: Man darf sich halt nicht erwischen lassen.
    Tja, manchmal kommt es halt anders…

  12. Blitzmerker sagt:

    Btw: Wie trost- und niveaulos manche Einlassungen in der notwendigen Plagiatsdebatte sind, sieht man leider an Formulierungen wie “(die) Erfahrung von Herrn Weber aus Österreich”. Was bitte tut es zur Sache, liebe “Gegenstimme”, dass S.W. aus Österreich stammt?!

  13. Gast2 und Student sagt:

    Liebe Blogteilnehmer,

    ich stimme meinem Vorredner absolut zu, hier wird “Richter und Henker” gespielt und das ganz, ganz übel. Wenn ich schon oben lesen muss “Wir haben uns (darunter mehrere Doktoranden) gegenseitig ein paar Stellen vorgelesen und wussten nicht, ob wir erschüttert oder erheitert sein sollten.” wird mir schlecht. Herr Weber regt sich über fehlende wissenschaftliche Standards auf, schafft es aber so sehr einen Menschen in den Dreck zu ziehen, dass er zur Witzfigur für andere wird, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, wie sehr er das Leben dieses Menschen damit zerstört. Somit bringt er diese eigentlich wissenschaftliche Debatte auf eine so stark emotionale Ebene, auf der weder konstruktiv noch problemlösend diskutiert werden kann. Die Probleme (fehlende Transparenz bei der Vergabe von Noten, universitätsexterne Begutachter ja oder nein etc.) werden bereits analysiert und das ist richtig und wichtig, nicht nur für die Wissenschaft. Aber mich lässt das unbequeme Gefühl nicht los, dass sich hier jemand im Rampenlicht der Boulevardpresse als „Retter der Wissenschaft“ inszeniert und ihr und den Menschen, die diese Angelegenheit betrifft unwiderruflichen Schaden zufügt.

  14. BruderK sagt:

    “Herr Weber hätte die Vorwürfe zunächst systematisch sammeln und dann an die jeweilige Universität und gleichzeitig an die DFG senden sollen. Wenn daraufhin nichts passiert wäre, hätte er androhen können, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Das wäre eine von vielen sinnvollen Vorgehensweisen gewesen.”

    Ich denke einfach dass seine narzisstische und selbstgefällige Neigung so nicht befriedigt werden könnte. Im Groben und Ganzen ist Ihr Anspruch an Wissenschaft & Co sicherlich unumstritten liebster Herr Weber. Lediglich ihr Vorgehen ist (excuse my french) FUCKED UP, und macht Ihr Vorgehen unglaubwürdig. Mit welchem Hass und welcher Missgunst sie über Kollegen schreiben ist wirklich erstaunlich (watch your Karma). Mit Ihrer Art die Opfer durch das Dorf zu treiben ist niemandem geholfen. Dann schreien Sie nach einer sachliche Diskussion, aber pöbeln abscheulich auf diesem Ihren Blog herum? Bei so viel Sympathie wie sie versprühen, bin ich mir nicht sicher ob jeder die Bremse finden würde, sollte er Sie mal auf einem Zebrastreifen vor dem Kühler haben.

    Vielleicht ist es sinnvoller mal über Mechanismen nachzudenken die Plagiate (Vorsätzliche oder Fahrlässige) besser verhindert, und Ihnen das lebensruinierende hoppy nimmt.

    turnitin.com ist hier wie ich finde ein guter Ansatz.

    #OMGUS

  15. Plagiatsopfer sagt:

    Was Gegenstimme und Gast1 hier so alles zum Besten geben, um Ablenkungsmanöver zu fahren: Äusserst bedenklich!

    Hoffen wir mal nicht, dass diese Meinung/Strategie zur Verschleierung aus der Mitte des wissenschaftlichen Establishments in Deutschlands stammt…

    Folgende Vorwürfe sind Teil dieser Strategie:

    Hauptvorwurf 1): “Weber ist ein fragwürdiger Plagiatsjäger” (persönliche Gründe für das BLOG, Nicht-Kontaktieren der DFG etc.).
    Antwort: Welche persönlichen Gründe Stefan Weber auch immer haben mag, wissenschaftliche Publikationen öffentlich zu diskutieren oder welchen Stil er im Umgang mit anderen hat, ist völlig irrelevant! Wissenschaft bedeutet Öffentlichkeit, Wissenschaft bedeutet kontinuierlicher Diskurs (mündlich & schriftlich) bestehender Theorien, Modelle, Ansätze, Methoden und Beweise.
    Wissenschaft ist die Beobachtung von Phänomenen und Ergründung der Ursachen. Wissenschaft gibt es seit ca. 2500 Jahren Menschheitsgeschichte. Daher greifen heutige Wissenschaftler meistens auf die Arbeitsergebnisse Ihrer Vorgänger zurück, um bestehende Theorien/Modelle entweder zu ergänzen oder durch einen Paradigmenwechsel zu ersetzen.
    Ergebnisse der Vorgänger werden verifiziert/falsifiziert. Um zu veri-/falsifizieren, um einen Erkenntnisfortschritt zu erzielen, muss eine Abgrenzung der bestehenden Ergebnisse von den NEUEN Ergebnissen erfolgen, sonst wird das sprichwörtliche Rad immer wieder erfunden. Abgrenzung erfolgt durch KENNTLICHMACHUNG der Tatsache: WER hat WANN WELCHE Ergebnisse/Erkenntnisse beschrieben? Eine Form der Abgrenzung in schriftlichen Veröffentlichungen ist Zitation. Wer diese Abgrenzung nicht beherrscht ist kein Wissenschaftler; wer gar fremde Erkenntnisse, Ideen etc. als eigene Leistung ausgibt ist ein Dieb und Betrüger. Dies, weil die Öffentlichkeit (andere Fachkollegen oder Laien) nicht unterscheiden kann, was alte Erkenntnis und was neue Erkenntnis ist, was veraltete Methode und was neue Methode ist.
    Ein einzelner Wissenschaftler hat das Recht und die Pflicht zu fragen und zu prüfen. Er/sie ist Teil der Öffentlichkeit.

    Vorwurf 2): “Einseitige Fokussierung auf Zitation dient unredlicher Ziele“ (=Polemik gegen IfK, Einseitige Fokussierung=Herabwürdigung der Arbeit von Professoren/Doktoranden) .
    Zur Verdeutlichung wo in einem Fachgebiet neue Erkenntnisse zu erwarten sind, ist die redliche Zitierung die absolut notwendige Basis wissenschaftlicher Arbeit: Was sind fremde Erkenntnisse/was sind eigene bzw. neue Erkenntnisse. Korrekte Zitierung ist fundamentum et columna scientiae für den wissenschaftlichen Fortschritt. Es ist nicht mehr notwendig den Satz von Pythagoras zu beweisen, eben weil alte, verifizierte Erkenntnis; den Satz von Pythagoras als eigene Erkenntnis (Satz von Weber) zu verkaufen, ist Betrug. Korrekte Zitierung (Kenntlichmachung/Abgrenzung) ist für alle wissenschaftlichen Disziplinen GLEICHERMASSEN GÜLTIG, abweichend sind die FORMEN bzw. Zitierweisen. Ob Mediziner die Harvard-Zitierung verwenden oder Juristen gotische Lettern für bestehende Gesetzestexte verwenden und lateinische Lettern für die Formulierung eigener Gedanken ist egal, wichtig ist die KENNTLICHMACHUNG!
    Schwierig ist eine Abgrenzung in geisteswissenschaftlichen Disziplinen, wo Erkenntnisse logisch hergeleitet werden, wo Gedankengänge oder implizites Wissen beschrieben werden müssen. Hier müssen Wissenschaftler äusserst genau und penibel arbeiten, damit der Erkenntnisgewinn bzw. Unterscheidung zwischen Alt und Neu für die Öffentlichkeit klar ist.

    Vorwurf 3) „Menschen machen Fehler. Institutionen sind für die Qualität der Arbeiten mitverantwortlich: Daher müssen/dürfen die Institutionen prüfen und nicht einzelne Fremde“.
    Meine Meinung: Kompletter Unsinn, der mit Vorwurf 1) verknüpft ist. Jeder Wissenschaftler ist zunächst für sich selbst verantwortlich, alte Ergebnisse/Erkenntnisse von seinen neuen Ergebnissen zu unterscheiden. Institutionen (Unis, Forschungsanstalten) können Formen der Kenntlichmachung/Zitierung vorgeben und ihre Angehörigen zur Zitierung anleiten und betreuen, prüfen etc., aber sie sind nicht dafür verantwortlich wenn ein Wissenschaftler a) es nicht schafft, korrekt zu zitieren oder b) bewusst fremde Ergebnisse/Erkenntnisse als eigene ausgibt. Konsequenzen für handwerkliche Fehler, bewusst oder unbewusst erzeugt, können entweder Entzug von akademischen Graden (aufgrund Null- und Nichtigkeit der Veröffentlichung) oder Überarbeitung der Veröffentlichung sein.

    Meine eigene Meinung: Wer alle drei Vorwürfe bewusst mehrmals wiederholt, um den wissenschaftlichen Diskurs zu unterbinden bzw. als argumentum ad personam verwendet, schadet teilweise dem wissenschaftlichen Fortschritt selbst. Fatale Nebenwirkung des Unterbindens: Betrüger mit vielen fremden Federn (weil Anzahl Publikation oder akademischer Grad= Kriterium für Einstellung) kommen an leitende Positionen in Forschungsbereichen und an Lehrstühlen. Falls Gegenstimme & Gast 1 von der TU Dresden/IfK sind: Helfen Sie mit die Arbeiten Ihrer Kollegen zu prüfen. Falls schwere handwerkliche Fehler in den Veröffentlichungen begangen wurden, so gibt es Konsequenzen: Entweder nachhaltige Überarbeitung der Werke oder die Stellen für Wissenschaftler freizumachen, die etwas von ihrer Profession verstehen.

  16. Gast1 sagt:

    @ Plagiatsopfer: Zunächst vielen Dank für die umfangreiche, aber leider unnötige Belehrung. Ich bin übrigens auch nicht an der Uni in Dresden tätig. Können wir jetzt zum Thema zurückkehren? Hier noch mal mein Vorschlag, den ich weiter oben gepostet hatte:

    “Herr Weber hätte die Vorwürfe zunächst systematisch sammeln und dann an die jeweilige Universität und gleichzeitig an die DFG senden sollen. Wenn daraufhin nichts passiert wäre, hätte er androhen können, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Das wäre eine von vielen sinnvollen Vorgehensweisen gewesen.”

    Auch wenn ich mich wiederhole: Plagiate sollten auf keinen Fall trivialisiert oder marginalisiert werden! Das möchte ich hier noch einmal betonen!

    LG
    Gast1

  17. admin sagt:

    Lieber Gast1,

    selbstverständlich wäre dies der richtige Weg gewesen! Meine Erfahrungen und die anderer haben in der Vergangenheit leider gezeigt (und dies nicht nur in Österreich!), dass solche Plagiatsfunde von Universitäten gerne unter den Teppich gekehrt werden (siehe in Deutschland zumindest die Fälle Mathiopoulos und Mistelis, zum Teil auch Schwintowski). Man beruft sich dann bei Nachfrage nach dem Verfahrensstand oder -ausgang auf das Verwaltungsverfahren, bei dem man als bloßer Informant (zu Recht) keine Parteistellung hat. Dabei wird aber ignoriert, dass auch die Beurteilung einer Dissertation ein behördlicher Akt war. Wenn hier etwa systematisch und wiederholt Plagiate nicht erkannt werden oder Menschen, die die wissenschaftlichen Grundregeln nicht eingehalten haben, auf Stellen berufen werden, die mit zwischen 3.900 und ca. 6.000 Euro (oder mehr) Gehalt dotiert sind, stehen juristisch die Begriffe Dienstpflichtverletzung, Ämterpatronage und Verstoß gegen das Grundgesetz im Raum.

    Zum konkreten Fall Haferkamp: Den Stifter habe ich bereits zu Jahresbeginn von den Erstfunden per Mail in Kenntnis gesetzt. Reaktion: Keine. Den Ombudsmann der Universität Duisburg-Essen habe ich am Tag kurz vor der Veröffentlichung in meinem Blog kontaktiert und ihm auch die Belegstellen übersandt, er hat erfreulicherweise sofort reagiert. So macht das im Übrigen derzeit auch VroniPlag.

    Würden die Universitäten solche Fälle zügig, transparent und nachvollziehbar (etwa auch: mit anonymisierter Publikation des Verfahrensausgangs) durchführen, wäre die Publikation im Internet nicht mehr nötig, um auf das Problem und den fragwürdigen Umgang mit ihm hinzuweisen.

    LG
    sw

  18. Gegenstimme sagt:

    @Blitzmerker: Sie haben mich missverstanden. Ich habe nicht bemängelt, dass “Herr Weber aus Österreich” stammt, sondern dass die “Erfahrungen von Herrn Weber” aus Österreich stammen. Er hat in der Veranstaltung des Öfteren auf Salzburg verwiesen.

    @Plagiatsopfer:

    zu Ihrem Vorwurf 1 und 2: Ich habe nie in Frage gestellt, dass es legitim ist, Arbeiten auf Zitation zu überprüfen. Ich habe die Art und Weise, wie Herr Weber (dazu später mehr) dies tut und wie er sich einseitig darauf beschränkt, kritisiert. Diesen Vorwurf sehe ich nach wie vor. Das ist zunächst meine Meinung, genau wie Ihre Äußerungen zunächst Ihre Meinungen sind. Es wäre der Sache aber sehr geholfen, wenn der Anspruch Herrn Webers “falsche Zitation = IMMER (!) keine Wissenschaft” zunächst auch erstmal als dessen Meinung deklariert würde und nicht als absolutes, objektives Gesetz emporgehoben wird, denn – und ich wiederhole mich – eine inhaltliche Prüfung der Arbeiten hat Herr Weber in keinem einzigen Fall vorgenommen! Zudem möchte ich die Entscheidung, was Wissenschaft ist und was nicht, nicht einer einzelnen Person überlassen, sonderen einer anerkannten Institution. Zweifelsohne gab es in diesem Bereich in der Vergangenheit Versäumnisse und tatsächlich täten Universitäten, DFG und und und gut daran, sich hier klar zu positionieren (jenseits irgendwelcher “ehrenwörtlicher Versicherungen”).

    zu Ihrem Vorwurf 3: es stimmt natürlich, in erster Linie ist der Wissenschaftler selbst für sich verantwortlich. Dann aber muss die Frage gestellt werden, warum in dem Kontext von Plagiaten überhaupt die Universitäten/Institute mit in die Debatte gezogen werden? Wenn es ausschließlich in der Verwantwortung jedes Wissenschaftlers selbst liegt, was er schreibt, dann sind Äußerungen (sinngemäß!) wie “Wie kann eine Uni, an der plagiiert wird, exzellent sein?” oder “systematischer Betrug am IfK” erst recht völlig unangebracht (davon abgesehen, dass Sie auch ohne diese Einschränkung unangebracht sind), insbesondere dann, wenn die entsprechenden Arbeiten ja an anderen Universitäten verfasst wurden. Hier wäre es im Sinne von Transparenz, Neutralität und Objektivität doch endlich mal angebracht, wenn sich Herr Weber zu dieser Art von “Veröffentlichungs-Kultur” äußern würde!

    @SW: mit Ihren vermeintlich gutgemeinten Informationen an Stifter und Ombudsmann offenbaren Sie doch aber gerade wieder Ihr eigenes Kalkül.

    1. Was hat der Stifter mit dem Fall und dessen Prüfung zu tun? Soll dieser sich jetzt dran setzen und die Doktorarbeit prüfen? Eine solche Information dient in erster Linie der Rufschädigung, nicht dem Wissenschaftsdiskurs. Oder wollen Sie uns wirklich weismachen, dass Sie mit der Information an den Stifter einen Wissenschaftlichen Diskurs in Gang setzen wollten?
    2. Sie informieren den Ombudsmann AM GLEICHEN Tag Ihrer eigenen Veröffentlichung??? Wie soll die Uni bitte innerhalb von Stunden/Minuten ein sachliches, faires Verfahren eröffnen, durchführen und zu einem Ergebnis kommen? Es wird immer deutlicher, welche Ziele Sie eigentlich verfolgen. Sie sagen zwar “Würden die Universitäten solche Fälle zügig, transparent und nachvollziehbar [...] durchführen”, geben den Unis aber dann nicht den Hauch einer Chance der Prüfung. Und im Anschluss berufen Sie sich dann darauf, dass die Unis ja gar nicht tätig werden?

    Hier mal ein durch kurzes Nachdenken entstandener Vorschlag, wie man fair und transparent zugleich agieren könnte:

    1. Prüfung der Arbeit
    2. Information des Autors und der Fakultät, an der die Dissertation verfasst wurde. Angemessene und faire Fristsetzung (bitte nicht nur einen Tag. Ich halte hier Fristen von 1-3 Monaten durchaus für angemessen)
    3. Sollte bis dahin nichts geschehen sein: Information an die Uni und DFG
    4. Sollte dann immernoch ein verschwörerisches Schweigen herrschen, steht einer Veröffentlichung in blogs nichts mehr im Wege. Dann kann Ihnen auch niemand mehr unredliches Vorgehen vorwerfen.

    Nehmen wir doch nochmal den Fall Haferkamp. Hätten Sie z.B. zu Jahresbeginn nicht nur den Stifter, sondern auch die Fakulät in Duisburg und die Autorin selbst informiert, dann hätten Sie – wäre bis dahin nichts geschehen – immernoch auf Ihrem blog im Juni (?) tätig werden können.

    PS: ich muss es wohl wiederholen, damit der “Verdacht” nicht im Raum stehen bleibt: ich bin nicht am IfK tätig, sondern in einem anderen Fachbereich. Es mag auf den ein oder anderen vielleicht befremdlich wirken, aber man kann Kritik auch äußern, wenn man nicht unmittelbar involviert ist.

  19. admin sagt:

    Liebe Gegenstimme,

    zu dem von Ihnen vorgeschlagenen Procedere: Es ist durchaus üblich, bei Schritt 2 den Ombudsmann der jeweiligen Universität zu kontaktieren. Ansonsten gebe ich Ihnen im Prinzip recht. Können wir, wo wir jetzt so viel und lange über meine Art und Weise, auf diese Fälle aufmerksam zu machen, diskutiert haben, wieder über Plagiate, falsche Zitation etc. diskutieren?

    LG
    sw

  20. Mean Little Rabbit sagt:

    Kleiner Tipp von meiner Seite @SW: Kümmern Sie sich lieber um diejenigen, die wirklich Dreck am Stecken haben, anstatt mit ihnen essen zu gehen.
    Wäre ein Schritt in Richtung Redlichkeit ;-)

  21. Student@ifk sagt:

    “Wer hier verarscht wird, sind die Studierenden”

    Sehr wahr, Herr Dr. Weber, sehr wahr. Die gearschten sind die Studenten. Und Sie sind der Arsch.
    Ihnen ist wissenschaftliche Redlichkeit wichtig, mir mein Studium. Im Moment machen drei Professoren die Arbeit von vieren. Und auch mit vieren hatte das IfK nach Zahlen, die ich irgendwo (sry, keine zitierbare Quelle) gehört habe, eine Auslastung von fast 200%.

    Mit ihrer Veröffentlichungsweise sorgen Sie dafür, dass
    a) Professoren gehen, bevor Ersatz gefunden wurde
    b) die Professoren sich statt auf die Forschung auf die Beschäftigung mit Ihren Vorwürfen konzentrieren, auch wenn Sie spürbar ihr bestes geben, um den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten.
    c) unsere eigenen Abschlussarbeiten in der Wissenschaftsszene weniger wert sind, weil sie am vermeintlichen Skandal-Institut verfasst wurden. (Was zur Hölle hat das IfK mit den Doktorarbeiten von Professoren zu tun? NICHTS! Keine der Arbeiten ist an der TU DD entstanden!)

    Klar, ich will auch, dass meine Professoren nach denselben Maßstäben arbeiten, die Sie an uns in ihrer Bewertung anlegen. Klar, ich will auch nicht von einem Betrüger irgendwo übertrumpft werden. Aber vor allem möchte ich was lernen. Mit Frau Haferkamp hatte ich nie viel zu tun. Über sie erlaube ich mir kein Urteil. Aber die übrigen machen richtig gute Vorlesungen und achten sehr penibel auf Quellenangaben (meiner Erfahrung nach insbesondere Frau Döv. Erstaunlich, was?).

    Also seien Sie bitte so anständig und hören Sie auf, uns Studenten zu ficken. Wir können für all das am wenigsten. Wir können nix dafür, dass Sie die Stelle nicht bekommen haben. Wir können nix dafür, was unsere Profs in ihren Doktorarbeiten geschrieben haben.

    Danke für Ihr Verständnis und sorry für meine Wortwahl.

    PS: Bevor das absichtlich falsch verstanden wird. Ich bin nich gegen das, was Sie tun. Ich bin gegen das bereits mehrfach kritisierte Wie. Denn das führt zu den oben beschriebenen Problemen bei uns. Also tun Sie bitte nicht so, als wären Sie auf Seiten der Studenten. Uns beweisen Sie immer wieder das Gegenteil.

  22. Mäxchen der Weber sagt:

    “Können wir, wo wir jetzt so viel und lange über meine Art und Weise, auf diese Fälle aufmerksam zu machen, diskutiert haben, wieder über Plagiate, falsche Zitation etc. diskutieren?” (SW)

    - Sehr gerne.

    Ich habe das Gefühl, daß hier eine Grundsatzdiskussion über Plagiate und über den Umgang mit ebendiesen geführt wurde und wird, die nichts mit dem konkreten Fall von Frau Dr. Döveling zu tun hat.

    Ich bin mir nicht sicher, ob sich überhaupt einer von den Kommentatoren die Liste der Vorwürfe, die Herr Dr. Weber gegen Frau Dr. Döveling erhebt, durchgelesen hat. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Liste einmal vollständig durchzulesen und bin entsetzt. Allerdings nicht von Frau Dr. Döveling, sondern von Ihnen, Herr Dr. Weber. Ein paar Beispiele:

    Sie legen Frau Dr. Döveling einen Schreibfehler zur Last („neutestamentalisch“ statt „neutestamentlich“ ). Vielleicht haben wir verschiedene Vorstellungen davon, was ein Plagiat ist, aber für mich fallen Schreibfehler fallen für mich definitiv nicht unter den Plagiatsbegriff.

    An anderer Stelle werfen Sie vor, daß Frau Dr. Döveling an einem der von ihr zitierten Autoren keine Kritik geäußert hat. Auch das ist in keinster Weise ein Plagiat.

    Dann werfen Sie ihr vor, daß Sie dieselbe Anmerkung in Fußnoten mehrfach verwendet hat (offenbar in verschiedenen Kapiteln, wie die Nummern der Fußnoten vermuten lassen). Auf die Gefahr hin, Ihnen etwas zu sagen, was Sie schon wissen: Wissenschaftliche Fachliteratur wird von den Wenigsten gelesen wie Prosatexte. In aller Regel liest man gezielt die für einen persönlich relevanten Kapitel, oder überspringt zumindest bestimmte Abschnitte. Ganz gewiß jedoch wird kein normaler Leser jede einzelne Fußnote lesen, sondern nur dann, wenn er mehr zu dem jeweiligen Thema erfahren möchte. So betrachtet, stellt es sogar einen Mehrwert dar, wenn Frau Dr. Döveling (ihr) wichtige Informationen an geeigneten Stellen mehrfach anbietet, wohlgemerkt in Fußnoten, nicht im Fließtext. Ist das Plagiat? Ich wüßte nicht.

    Meine persönliche Nummer eins dieser Hitparade der Unsinnigkeit, ist allerdings der Vorwurf, Frau Dr. Döveling hätte ein Zitat zweckentfremdet, weil sie die Wörter „Rasse“ und „Juden“ zu vermeiden gesucht hat. Ich denke, das kann man ihr vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte nicht verdenken, oder? Doch selbst wenn – ein Plagiat sehe ich hier dennoch nicht.

    Es ist schade, daß es mir an Zeit fehlt, jede Ihrer „Fundstellen“ an den Originalen zu überprüfen. Vielleicht macht sich ja hier ein anderer die Mühe. Aber ich habe da eine ähnliche Einstellung wie Sie: Aufgrund der Tatsache, daß ich (ohne größeren Aufwand) so viele Ihrer Vorwürfe als völlig haltlos identifizieren konnte, gilt für mich der Verdacht, daß es um die Qualität ihrer plagiatsgutachterischen Tätigkeit nicht weit her ist. Werbung für Ihre Dienstleistungen ist das jedenfalls nicht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mäxchen der Weber

  23. admin sagt:

    Liebe Diskutanten,

    ich habe bis gestern abend alle Kommentare, auch die sehr untergriffigen, freigeschaltet, um auch den Ärger der IfK-Studenten hier zu dokumentieren. Die neuen Kommentare der Studenten haben nun aber ein Niveau erreicht, bei dem dies nicht mehr sinnvoll ist. Mit der Bitte um Verständnis.

    LG
    sw

  24. Briegel sagt:

    Die Studenten sollten nicht den Überbringer der schlechten Nachricht mit Schimpfworten
    bedenken, sondern den jeweiligen tatsächlichen Verursacher der Problemsituation kritisieren und dies am besten in einer sachlichen Form. Auch wenn es offenbar Mühe kostet, Schimpfwörter zu vermeiden. Sie sollten also diejenigen Personen kritisieren, die ursächlich dafür verantwortlich sind, daß nicht Personen mit redlich erstellter Dissertation die Juniorprofessur- bzw. die Professurvertretungsstelle eingenommen haben. Diese ursächlich Verantwortlichen sind die Autorinnen der Werke, die als Dissertationen eingereicht wurden und jetzt hier problematisiert werden. Auch auf der IfK-Website war ja immerhin von “sicher nicht unerheblichen Regelverletzungen” in der Dissertation von Frau H. die Rede, wie man im Flurfunk-Blog nachlesen kann.

    Noch merkwürdiger als die nicht zielgerichtete Kritik ist es, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen Herrn Webers früherer Bewerbung auf eine Stelle beim IfK und der jetzigen Situation für die Studenten hergestellt wird. Denn Herr Weber hat sich meines Wissens nie auf eine der beiden oben genannten Stellen beworben. Er hatte sich, so weit bekannt ist, nur um eine vorher angedachte ähnliche Stelle beworben. Im übrigen ist die Motivation für das Finden und Veröffentlichen von Plagiaten ohnehin nebensächlich, da das eigentliche Problem die nicht ordnungsgemäß erstellten Werke und die damit belasteten (ehemaligen) Universitätsmitarbeiter darstellen.

    Ich würde auch widersprechen wollen, daß bei jedem Plagiatsfall zuerst die Universitäten zu informieren sind. Denn bei veröffentlichten Werken sollte in einer offenen Gesellschaft auch jederzeit öffentliche Kritik möglich sein. In der Regel sollte es also dem Entdecker der Plagiatsstellen überlassen bleiben, ob er diese veröffentlicht, z.B. mit dem Ziel der öffentlichen Diskussion, oder nicht. Nur bei z.B. kleinen Auffälligkeiten oder Unsicherheiten darüber, ob überhaupt ein Plagiatsfall vorliegt, dürfte es angebracht sein, erstmal nur die Universität zu informieren. Solche kleinen Auffälligkeiten oder Unsicherheiten liegen allerdings aus meiner Sicht bei den von Herrn Weber veröffentlichten Fällen nicht vor.

    Kritiker von öffentlicher Kritik ignorieren in solchen Fällen also offenbar, daß nicht der Kritiker in die Öffentlichkeit tritt, also von der Privatsphäre in die Öffentlichkeit wechselt, sondern er nur dort verbleibt, wohin der Ursprungsautor sein Werk gehoben hat, nämlich auf die Bühne der Öffentlichkeit.

    Über eine größere Zurückhaltung, hinsichtlich der Veröffentlichung durch die Entdecker, könnte man aus meiner Sicht erst diskutieren, wenn sich der Umgang der Universitäten mit solchen Problemfällen deutlich geändert hat und sie selbst deutlich offensiver damit umgehen. Der jetzige Zustand – Überprüfungsdauern von über einem Jahr, trotz schon vorhandener umfangreicher Listen an Problemstellen – ist jedenfalls untragbar, da es eigentlich ausreichen sollte, die ca. zehn problematischsten Stellen zu verifizieren – deren Richtigkeit vorausgesetzt. Letztere Annahme dürfte aber in der Regel zutreffen, denn bei den bisherigen Veröffentlichungen von Herrn Weber oder auch Vroniplag konnte man das Vorhandensein umfangreicher Plagiatsstellen nicht widerlegen. Daß einige Universitäten in einigen Fällen trotzdem keine Täuschungsabsicht erkennen wollten, ist an anderer Stelle zu diskutieren.

    Im übrigen mag es für Studenten unangebracht erscheinen, den Stifter der Stiftungsprofessur oder den Institutsleiter für das Entstehen der jetzigen Personalsituation zu kritisieren. Aber ersterer wurde laut Herrn Weber ja schon Anfang des Jahres über die Situation informiert und der andere wußte laut eigener Aussage in der Podiumsdiskussion auch schon länger von den Entdeckungen Herrn Webers. Von daher könnte man auch diese Personen fragen, warum sie sich nicht rechtzeitig um potentielles Vertretungspersonal gekümmert haben. Institutsleiter Prof. Donsbach hat aber in der Podiumsdiskussion zumindest eine nicht optimale Kommunikation eingeräumt und die Verantwortung dafür übernommen.

    Um Situationen wie jetzt zukünftig zu vermeiden, sollten die Dresdner Studenten sich also nicht nur mit einer zukünftig möglicherweise verbesserten Kommunikation zufriedengeben, sondern am Institut auf ein tatsächliches Ernstnehmen der Plagiatsproblematik drängen, damit in diesem Zuge auch die aus der Plagiatsproblematik resultierenden Folgen für die Studenten mitbedacht werden. So lange nämlich über evtl. doch noch vorhandene “maßgebliche wissenschaftliche Eigenleistung[en]” trotz “sicher nicht unerhebliche[r] Regelverletzungen” sinniert wird (siehe Flurfunk-Artikel und Podiumsdiskussion), dürfte auch eine aus Sicht des IfK verbesserte Kommunikation den Studenten weiterhin Probleme bereiten.

    Meinte Prof. Donsbach mit besserer Kommunikation eigentlich nur die Podiumsdiskussion selbst oder kommt da z.B. im aktuellen Fall auch noch mehr?

  25. [...] bei diversen Zitaten auf (wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, lese hier: 1, 2, 3). Seine Funde garniert er mit Sätzen wie: “Und es ist erfahrungsgemäß nicht [...]

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