Mit ‘Wickie und die starken Männer’ getaggte Artikel

Die Cultural Studies und das Copy-Paste-Syndrom

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ein totgeglaubtes Thema kehrt zurück. Prof. Lothar Mikos mag keine Plagiats-Wikis. – Wer ist Lothar Mikos? Nähere Informationen finden sich auf seiner optisch wie inhaltlich sensationellen Webseite. Ich glaube, er gehört im weiteren Sinne den so genannten “Cultural Studies” an. Der Name tauchte für mich das erste Mal auf, als Lothar Mikos externer Erstbegutachter einer Diplomarbeit wurde, die von der Klagenfurter gekündigten Assistentin und Plagiatorin von “Wickie und die starken Männer” verfasst wurde. Wie von Geisterhand lernte die Dame in der neuen Arbeit nicht nur wissenschaftliches Zitieren, sondern auch eine sehr anständige Wissenschaftsprosa mit elaborierten Diskursbegriffen wie “Kondemnation” und anderen im Fließtext. Also: Lothar Mikos ist ein Spitzenmann! Er hat einer Plagiatorin flugs redliche Wissenschaft beigebracht! Und deshalb ist es auch sein gutes Recht, dieses gegenwärtige Denunziantentum abzulehnen. Richtig?

Fünf-Jahres-Jubiläum: Plagiate statt Ostereier suchen

Donnerstag, 21. April 2011


Noch kein Wiki, aber immerhin Wickie: Akademischer Plagiatsfall anno 2006 im Netz

Es war Ostern 2006, als eine Kollegin und ich erstmals die Idee hatten, das Ausmaß eines akademischen Plagiatsfalls im Netz zu dokumentieren und zu diskutieren. Dieses Faktums gedenken wir heute fast ein wenig nostalgisch ;-). Fünf Jahre sind schon wieder vergangen, und die aktuellen PlagWikis zeigen, wie gut die Idee eigentlich war, die damals noch in den Kinderschuhen steckte und recht unbeholfen über einen Gratisprovider realisiert wurde. Das unbezahlte Plagiatesuchen und -Dokumentieren mit dem Ziel, die etablierten Institutionen von dem neuen Problem zu überzeugen – das machten wir schon damals. Und wir mussten viel Ablehnung aushalten: Ein namhafter Kollege mailte, er möchte mit dieser Form des “Anschwärzungsaktionismus” nichts zu tun haben. Der Rektor der betroffenen Universität sagte in der regionalen Zeitung, er werde “mit aller Härte gegen die Verursacher” (der Plagiatsvorwürfe) vorgehen, sollte sich herausstellen, dass diese nicht stimmten. Drei Monate später war dann auch dem letzten klar: Alles stimmte. Was es wirklich in Bezug auf die Qualitätssicherung wissenschaftlicher Arbeiten in Österreich gebracht hat, sollte mal erforscht werden.