Mit ‘Strukturplagiat’ getaggte Artikel

Schon wieder neue Spielart entdeckt: Die “Dissertationsdoublette”

Dienstag, 21. Juni 2011

Wie oft ist es eigentlich passiert, dass sich eine neue Dissertation an einer älteren auffällig intensiv “orientiert”? Man vergleiche einmal die beiden Dissertationen hier (2000) und hier (2004). Partiell überschneiden sich in beiden Arbeiten zumindest:

- Der Titel
- Etwas “frei nach Wilhelm Busch” als Motto ;-)
- Die Kapitelüberschriften
- Die Kapitelabfolge
- Das Abkürzungsverzeichnis
- Die Einleitung, S. 1, 1. Absatz
- Die Graphik, S. 1
- Die Zusammenfassung, 1. Absatz
- Das Literaturverzeichnis

Einige paraphrasierte Sätze befinden sich auch in der Arbeit. Die spätere Verfasserin war nicht frei von Selbstironie, denn als Motto stellte sie ihrer Arbeit voran:

“Drum ist hier, was ich getrieben
Abgemalt und aufgeschrieben.
Frei nach Wilhelm Busch”

Vielleicht war es ja der Doktorvater selbst, der sie zu diesen Anlehnungen gedrängt hat? Das ist kein (Wortlauts-)Plagiat im herkömmlichen Sinne, allenfalls eine neue Spielart im Graubereich von Redundanz und Wiederholung (einer Versuchsanordnung): Die Dissertationsdoublette. Sie zeigt etwas an, was vielleicht auch in den Naturwissenschaften eine Diskussion wert wäre.