Mit ‘Gutteln’ getaggte Artikel

Neuer Begriff macht die Runde: “Gutteln”

Freitag, 01. April 2011

“gutteln” im “Wörterbuch der deutschen Sprache”, 1838, damals in etwa gleichbedeutend mit “gluck gluck gluck machen”

Die Guttenberg-Affäre hat nicht nur der Frage nach dem Sinn wissenschaftlicher Abschlussarbeiten und der Qualitätssicherung bei ebendiesen eine völlig neue Dimension gegeben, sie hat nicht nur die Kultur der Aufdeckung radikal verändert, sie hat nun auch bereits erste Auswirkungen auf die deutsche Sprache: Der Begriff “gutteln” macht die Runde. “Ich hab’s geguttelt” heißt so viel wie: Ich hab’s mir aus irgendwelchen, nicht angegebenen Quellen zusammengeschustert. Es ist eben mehr als bloß googeln oder copypasten. So gesehen, war der Begriff des Guttelns längst überfällig. Er gefällt mir und sollte auch in der empirischen Medienwissenschaft Einzug halten: Wie viel Prozent der Studierenden sind Guttler? Etc. Auch im Englischen wäre “to guttle” noch frei, die Nähe zu “gutter” (Gosse) käme da gar nicht ungelegen… Den Begriff gab es übrigens schon einmal in diesem Zusammenhang auch im Deutschen, im “Wörterbuch der deutschen Sprache” aus 1838 ist er zu finden (siehe oben). Und selbst ich war für diesen Fund nicht in der Bibliothek, sondern hab’s mir plump ergoogelt. Etymologisch wäre das nicht uninteressant: “Gutteln” stammt also ursprünglich von “in die Gosse kippen”.
Nun braucht es nur noch einen griffigen Term für Plag-Wikis. Hat jemand Vorschläge? Bitte hier posten!