Mit ‘DFG’ getaggte Artikel

Nicht nur Guttenberg sollte abdanken

Donnerstag, 17. Februar 2011

“Nach den Übereinstimmungen, die bisher nachgewiesen wurden, muss man jedenfalls sagen: Der Artikel aus der NZZ zur Invocatio Dei im EU-Parlament, den Guttenberg wohl komplett und ohne Kennzeichnung übernommen hat, ist ein Langzitat ohne Urhebernachweis, also Plagiat im Sinne des Urhebergesetzes. Bei den beiden anderen Autoren sind zwar wörtliche Übernahmen nicht als Zitate gekennzeichnet, aber es wird auf den Autor hingewiesen. Das ist jedenfalls nachlässig, aber eher nicht entziehungsrelevant.”

Sollte Wolfgang Löwer, Sprecher des DFG-Ombudsman(n)s für die Wissenschaft, das gegenüber der “Welt” tatsächlich so gesagt haben, ist auch dessen Rücktritt fällig, und zwar rasch.
Das Zitat zeigt ja überdeutlich, dass die DFG aus dem Krebsforscherskandal trotz Implementierung des Ombudsman-Systems an Universitäten bis heute überhaupt nichts gelernt hat und weiter nur rhetorisch verharmlost wird, wo sich gerade ein riesiger Fälschungsskandal zusammenbraut. Es wird rückblickend die Rolle von jedem neu zu beurteilen sein, der hier von “bloß schlechter Wissenschaft”, “Nachlässigkeit” und Ähnlichem statt von einer einzigartig plumpen Täuschung spricht. Vielleicht sollte Herr Löwer mal GuttenPlag besuchen.

Nur sehr wenige Plagiatsfälle beim DFG-Ombudsman

Sonntag, 11. Juli 2010

Der Ombudsman der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat seinen Jahresbericht 2009 hier online veröffentlicht. Darin verwundert die doch sehr geringe Anzahl an gemeldeten und aufgegriffenen Plagiatsfällen. Im Bericht ist auf Seite 5 zu lesen:
“Im Jahr 2009 lagen uns 4 Hinweise auf Plagiate vor, von denen wir bisher 3 als Fälle aufgegriffen haben.”
Da fragt man sich schon: Haben die Universitäten, hat die akademische Szene das Plagiatsproblem schon so gut im Griff, ist es weitgehend eingedämmt? Oder wenden sich nur wenige (und von Jahr zu Jahr immer weniger) Personen an die Vertrauensgremien der Forschungsgemeinschaften und Förderungsfonds? Meine eigenen Zahlen legen jedenfalls letztere Interpretation nahe: Vier Hinweise auf Plagiate erhalte ich im Schnitt alle zwei Monate, und daraus entwickeln sich durchschnittlich alle drei Monate drei neue Fälle.
Nicht nur der Ombudsman der DFG, auch das österreichische Pendant beim FWF, die Agentur für wissenschaftliche Integrität, hat einen neuen Webauftritt. Unter dem Menüpunkt “Downloads” warte ich gespannt auf deren ersten Jahresbericht, denke aber, dass auch hier nicht dem Rat Volker Riebles (Buch “Das Wissenschaftsplagiat”) gefolgt werden wird, Ross und Reiter beim Namen zu nennen.