Archiv für Mai 2011

Unglaubliche Enthüllungen auf VroniPlag: Des Politikers Textkultur ohne Hirn

Sonntag, 29. Mai 2011


Quelle: VroniPlag

Ich bin immer wieder fassungslos, was das Team von VroniPlag alles zu Tage fördert. Man sehe sich nur die abgebildete Seite 23 in der Dissertation des FDP-Politikers Chatzimarkakis an. Warum erstellte er wie so eine Textschnipsel-Collage mit den Anschein eigener Durchdringung? Zum “Warum”: So etwas entsteht aus Überforderung oder Unterforderung. Entweder, er hätte es gar nicht anders können, oder er hätte, aber wollte nicht. In beiden Fällen ist es eine System-Perversion, dafür einen Doktortitel zu tragen. Und das “Wie” hängt immer davon ab, ob der Referenztext online, irgendwie digitalisiert oder bloß in Print vorlag: Wenn online, dann ist natürlich Copy & Paste die schnelle Methode erster Wahl (ich schlage vor, Tastaturen an Politiker ab sofort ohne Strg, C und V auszuliefern). Wenn offline, dann brauchte Chatzimarkakis wohl selbst Textmarker in vielen Farben. Und auch wieder: So oder so, mit Wissenschaft hat das alles ungefähr so viel zu tun wie irgend ein esoterischer Schabernack mit Schulmedizin.
Unfassbar, dass – wenn schon nicht der Aufschrei, dann zumindest – die Reaktionen der etablierten Wissenschaftsinstitutionen zu diesem Problem völlig ausbleiben. Damit meine ich öffentliche Stellungnahmen von den zuständigen Ministerien (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Länderministerien für Wissenschaft), der Hochschulrektorenkonferenz, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, aber selbstverständlich auch von den Parteien, die bislang betroffen sind. Dass sie alle schweigen, wirft ein weiteres Licht auf das Problem: In jeder Führungsspitze dieser Institutionen sitzt womöglich mehr als einer, der auch ein Vertreter der Textkultur ohne Hirn ist. Ist VroniPlag somit allen ein Dorn im Auge? Nur so erklärt sich die kollektive Ignoranz im Moment. Es sind nicht nur die spanischen Salatgurken, die das Plagiatsproblem im Moment aus der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend verdrängt haben. Dahinter steckt womöglich auch Absicht.

Cut-Up-Technik als Vorläufer des Copy-Paste-Syndroms?

Samstag, 28. Mai 2011

Soeben lese ich die Dissertation eines bekannten österreichischen Politikers. Und siehe da, ich entdecke schon wieder eine neue Variante der rätselhaften Textverwertung. Die Arbeit ist von Seite 1 bis Seite 182 nicht nur wort-, sondern auch gleich satz- und seitenspiegelidentisch mit einer Ministeriumsstudie, die der damalige Dissertant gemeinsam mit einem anderen Wissenschaftler einige Monate zuvor veröffentlicht hatte. Auf Seite 1 findet sich aber lediglich der Hinweis, dass die Dissertation auf ebendieser Studie “fußt”. Der Leser erfährt nicht, dass die Dissertation und die Studie ab Seite 1 Mitte bis Seite 182 identitätstheoretisch schlichtweg zusammenfallen. Das nennt man unethische Autorenschaft, da in der zugrunde liegenden Originalstudie zwei Autoren gleichberechtigt genannt wurden – und dies ohne Angabe einer spezifischen Arbeitsaufteilung. Und das nennt man auch Selbstplagiat, weil eine bereits eingereichte und veröffentlichte Auftragsstudie als Dissertation zweitverwurstet wurde. In der Dissertation wurden übrigens nur ein paar Unterkapitelnummerierungen adaptiert, und zwar offensichtlich manuell. Also Schere und Kleber als Vorläufer von Strg, C und V; Cut-Up-Technik vor Copy and Paste. Man staunt selbst immer wieder… Freilich mag das hochschulrechtlich irrelevant sein, aber ist es wissenschaftlich voll und ganz redlich? – Doch wer ist eigentlich der Spitzenpolitiker, von dem Ihr werter Plagiatsgutachter da schreibt?

Wissenschaftsminister findet akademisches Ghostwriting ok

Dienstag, 24. Mai 2011

Die “Salzburger Nachrichten” berichteten heute über eine auch in Salzburg ansässige Firma für akademisches Ghostwriting. Darauf hin eine klare Frage eines ORF-Journalisten im Ö1-Mittagsjournal an den (von der ÖVP nominierten) derzeitigen Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle:
“Es gibt bereits eine Firma in Salzburg, die wissenschaftliche Arbeiten für andere schreibt. Soll man das rechtlich verbieten?”
Töchterle:
“Wenn die wissenschaftlichen Arbeiten nicht in Betrugsabsicht geschrieben werden – und das nehme ich nicht an…” (Nachzuhören im Audio-File)
Wie viel Ahnung haben eigentlich unsere Regierungsspitzen?

Anti-Intellektualismus österreichischer Art

Montag, 23. Mai 2011

Nun ist also mein Gutachten zu Johannes Hahn Journalisten übergeben und online publiziert worden. Die Reaktionen sind im Wesentlichen seit Jahren dieselben, wenn in Österreich Plagiatsfälle aufgedeckt werden, und so kam es auch diesmal:
FAKTENIGNORANZ. Obwohl die Anschuldigungen schwarz auf weiß dokumentiert werden und von jedermann/frau nachvollzogen werden könnten, hat sich die Mehrheit der Netz-Poster bereits ihre Holzhammer-Meinung gebildet, oft mit haarsträubender Fakten-Unkenntnis, obwohl das PDF nur einen Mausklick weit vom Webforum entfernt wäre (nachzulesen etwa hier). Webforen sind in Österreich tatsächlich virtuelle Erweiterungen der Stammtische, kaum wo zeigt sich der Vorurteilsdiskurs deutlicher.
KLARE FEINDBILDER. Tendenziell zeigt das Stimmungsbarometer wie gehabt gegen den Aufdecker und nicht gegen den Plagiator. “Plagiatsjäger”-Bashing der untergriffigen Art ist ebenso ein typisch österreichisches Phänomen.
INSTITUTIONELLE VERSCHLEPPUNG. Und dann die ewige Zurückhaltung der Institutionen: Dem Gutachten Ihres werten Plagiatsdetektors wird im politischen und akademischen Diskurs der “offizielle” Status abgesprochen (das kannten wir schon vom Fall Schaumburg-Lippe; und auch heute waren wieder Hahn, Kampits & Co auf einer Linie). Die Universität Wien “prüft” schon wieder, noch immer und lange noch – nun heißt es schon bis Herbst (Mitte April hieß es noch, in vier bis sechs Wochen sei mit einem Ergebnis zu rechnen). Ich hoffe, man braucht nicht deshalb so lange, weil es gar nicht so einfach ist, schon wieder einen Entlastungsgutachter zu finden.

Journalisten haben mich heute oft gefragt, ob Hahn denn auch selbst getextet habe. Das hat er, etwa auf Seite 23:

“[...] abrupt ist das Kleinkind aus dem Mutterleib geglitten, eines Morgens sitzt der Taferlklaßler in der Schulbank und der ‘Ernst des Lebens’ beginnt, detto der erste Arbeitstag und der erste Lohn – man hält plötzlich die erste Lohntüte oder den Bankauszug mit der ersten Gehaltsanweisung in Händen. Das Ja-Sagen vor dem Standesbeamten gehört überhaupt zu den schnellsten und dennoch tiefgreifendsten Augenblicken im Leben eines jeden (selbst wenn man es ein paarmal macht, gewöhnt man sich nicht wirklich daran). Ja und schlußendlich wacht man eines Tages auf und weiß, ab heute bin ich Pensionist, wenn ich mich auch nicht danach fühle, was Gott sei Dank immer mehr Menschen empfinden.”

Sollen wir lachen oder weinen im schönen Österreich? Immerhin eine gute Nachricht: Hahns Gehversuche in Sachen Eigentext haben einen ähnlich satirischen Wert wie Guttenbergs Vorwort.

Die Cultural Studies und das Copy-Paste-Syndrom

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ein totgeglaubtes Thema kehrt zurück. Prof. Lothar Mikos mag keine Plagiats-Wikis. – Wer ist Lothar Mikos? Nähere Informationen finden sich auf seiner optisch wie inhaltlich sensationellen Webseite. Ich glaube, er gehört im weiteren Sinne den so genannten “Cultural Studies” an. Der Name tauchte für mich das erste Mal auf, als Lothar Mikos externer Erstbegutachter einer Diplomarbeit wurde, die von der Klagenfurter gekündigten Assistentin und Plagiatorin von “Wickie und die starken Männer” verfasst wurde. Wie von Geisterhand lernte die Dame in der neuen Arbeit nicht nur wissenschaftliches Zitieren, sondern auch eine sehr anständige Wissenschaftsprosa mit elaborierten Diskursbegriffen wie “Kondemnation” und anderen im Fließtext. Also: Lothar Mikos ist ein Spitzenmann! Er hat einer Plagiatorin flugs redliche Wissenschaft beigebracht! Und deshalb ist es auch sein gutes Recht, dieses gegenwärtige Denunziantentum abzulehnen. Richtig?

Wer muss sich “stellen”?

Donnerstag, 19. Mai 2011

In einigen Blogs und Massenmedien wird nun die Forderung erhoben, die anonymen “Jäger” im Netz müssten sich “stellen”, müssten ihre Anonymität auf- und ihre wahre Identität preisgeben. Das ist Humbug, man nennt dieses Denken “Opfer-Täter-Umkehr”. Musste sich in der Vergangenheit denn jemals ein im klassischen Reviewing-Prozess anonym bleibender Gutachter “stellen”? Wer sich in Wahrheit stellen müsste, sind jene, die auf Grund der Dokumentationen auf VroniPlag und GuttenPlag längst wissen, dass sie auch so vorgegangen sind und nun in ernstlicher ‘Sorge’ sein müssen, bald enttarnt zu werden. Nicht die Plagiatsjäger, die Plagiatoren müssten sich stellen: wenn schon nicht öffentlich, dann zumindest an den Universitäten, die ihnen die Doktortitel verliehen haben. Und die Doktorgrade sollten bis zur Aberkennung ganz schnell aus dem öffentlichen Diskurs, gerade auch von Wahlplakaten und Webseiten, verschwinden. Man wird jeden weiteren Fund auch in diesem Licht sehen müssen: Längst weiß nun jeder Plagiator, worum es geht und wie man ihm auf die Schliche kommen kann.

Die “besten” Ausreden der abschreibenden Zunft

Mittwoch, 18. Mai 2011

Aus aktuellem Anlass eine kleine Sammlung:
1. Er habe die Dissertation selbst verfasst, was durch ein handgeschriebenes Konvolut bewiesen werden könne (Johannes Hahn, EU-Kommissar).
2. Er habe ein “Diskettenproblem” gehabt, es handle sich somit um ein “elektronisches Versehen” (Hubert Biedermann, Montanuniversität Leoben).
3. Er habe bei “80 Disketten” den “Überblick verloren”, habe eine “chaotische Arbeitsweise” gehabt (Karl-Theodor zu Guttenberg).
4. Sein Word habe einen Hinweis im Vorwort getilgt, dass die folgenden rund 90 Seiten sich an N. N. anlehnen würden (Joachim Fels, Lehrer und Tübinger Pionierplagiator).
5. Er habe nicht geklaut, er habe ja mit Fußnoten belegt (Jorgo Chatzimarkakis).
6. Oft tragen eine (Mit-)Schuld: (Klein-)Kinder (sehr beliebt!), also Mehrfachbelastung durch Familie und Beruf, neuerdings wird auch Schwangerschaft eingebracht.
7. Mitunter auch zu hören: Die Zitierregeln waren damals anders. Oder: Der Begutachter habe die Zitierweise ausdrücklich erlaubt oder zumindest nicht verboten.
Beeindruckend jedenfalls, wie in den Fällen 1, 2 und 5 auch vor laufender Kamera die Versionen aufgetischt wurden. So zuletzt gestern bei “Markus Lanz”, bei dem ein ernstes Problem wie gehabt im Boulevard aufging und in unsympathisch altbackene Geschlechter-”Witze” mündete…

Textueller Missbrauch an deutschen Unis und in der Europapolitik

Montag, 16. Mai 2011

Seit gestern wissen wir, wieder einmal dank VroniPlag, dass ein weiterer deutscher Politiker aus dem konservativ-liberalen Lager bereits die ersten Sätze der Einleitung seiner Dissertation aus der FAZ abgeschrieben hat. Der gute Mann muss schon ins Schwitzen gekommen sein, denn auf seiner Website erklärt er – auch seit gestern – seine Neuerfindung der wissenschaftlichen Zitiertechniken: vom Harvard-Style zum Jorgo-Style sozusagen. Und dieser Freestyle sieht dann so aus: Zitate im Fließtext, nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, ausgewiesen durch Fußnote. Doch wenn ein Zitat im Fließtext aufgeht, Anfang und Ende nicht durch An- und Abführungszeichen deutlich gekennzeichnet sind und nur eine diffuse Fußnote irgendwo zur Originalstelle führt, handelt es sich um ein Plagiat (das hat etwa der österreichische Verwaltungsgerichtshof wiederholt klargestellt; ähnliche Entscheide müsste es auch für Deutschland geben). Es mutet fast ein wenig absurd an, hier wieder mal daran erinnern zu müssen, dass jede Einführung in wissenschaftliche Arbeitstechniken genau solche Formen des Missbrauchs verbietet. Dazu nur drei Zitate aus dem Buch “Wissenschaftliches Arbeiten: Technik – Methodik – Form” von Manuel R. Theisen, Erstauflage 1984:

- “Ein direktes Zitat muß im Text in Anführungszeichen gesetzt werden [...]“. (S. 127 – Hervorhebungen im Original)

- “Die einmal gewählte Zitattechnik muß in einer Arbeit konsequent und ausnahmslos durchgehalten werden.” (Ebenda – Hervorhebungen im Original)

Und auch für das ‘inhaltliche’ oder ‘indirekte’ oder ’sinngemäße’ Zitat, das oft als Freibrief zum Paraphrasieren missverstanden wird, gibt es eine ganz klare Regel:

- “In jedem Fall muß für den Leser Anfang und Ende auch eines längeren indirekten Zitates klar erkennbar sein [...]“. (S. 131 – Hervorhebungen im Original)

Schon auf der ersten Seite der fraglichen Dissertation (“Einleitung”, S. 6) wurde gegen diese drei Regeln glasklar verstoßen. Das Interessante an diesem Fall ist, dass sich die Begutachter, Detlev Karsten und Uwe Holtz, nun nicht mehr darauf berufen können, sie hätten eine ach so geschickte Täuschung nicht bemerkt (wie noch Häberle und Streinz). Denn die “Zitierweise” in Fußnote 1 der Doktorarbeit, “Beck / Prinz (1998)”, ist schlichtweg ein No-go in der Wissenschaft: Keiner weiß hier, was von wo nach wohin übernommen wurde. Jeder Betreuer einer Erstsemestrigenarbeit muss so etwas sofort sehen! Doch hier handelt es sich um eine Dissertation, darin liegt der eigentliche Skandal dieses neuerlichen Plagiatsfalls, bei dem es diesmal auch Konsequenzen für die Betreuer geben müsste, wenn sie nicht schon emeritiert wären.

Was mir aber auch langsam Kopfzerbrechen bereitet: Bislang ging es – auf GuttenPlag wie auf VroniPlag und verwandten Initiativen – “nur” um die Qualitätssicherung in der textorientierten Wissenschaft, um das Hinweisen auf ein grobes Problem in der Referenzkultur. Mit dem neuen Fall wird die Sache aber endgültig politisch, und langsam muss man sich fragen: Wer sind diese konservativen oder liberalen EU-affinen Politiker, die Dissertationen fast immer über EU-nahe Themen “schreiben”, das heißt ab- und umschreiben statt selber schreiben? Muss man textuellen Missbrauch betreiben, ja blenden können, damit man EU-Politiker werden kann? Als Gipfel der Heuchelei findet sich auf der Webseite des Promovierten unter “Meine Themen” auch noch der Hinweis darauf, dass er “Wissensklau verhindern” will – in diesem Zusammenhang erwähnt er die “Bekämpfung von Verletzungen der Rechte des geistigen Eigentums”. Du meine Güte, hat das eine Schieflage! Von welchen Menschen werden wir hier regiert, wer fällt hier ‘für uns’ mit welchem Bildungsniveau Entscheidungen für die Zukunft? Und der nächste Fall steht schon ante portas: Raten Sie mal – ein konservativer EU-Kommissar!

Ein denkwürdiger Tag

Mittwoch, 11. Mai 2011

Sollten wir am 11. Mai fortan den “Tag der wissenschaftlichen Redlichkeit” feiern? Heute morgen kam die Nachricht, dass die Universität Konstanz Veronica Saß den Doktortitel aberkannt hat. Am Vormittag folgte der Endbericht zu Guttenberg: Er findet klare Worte zu Guttenbergs unermesslichem Fake, aber leider keine klaren Worte zu Häberle und Streinz und deren Netzkompetenz anno 2006. Derweilen lese ich leicht amüsiert bis verwundert das im Anhang publizierte Gutachten von Häberle… Stammen denn einige der Wortkreationen, die er so sehr bewundert, auch aus Plagiatsstellen? Immerhin lobt Häberle, der “Unterzeichnete” (liest man immer wieder, aber müsste es nicht der “Unterzeichnende” heißen?), ja sogar die überaus korrekte Zitierweise seines Schülers.
Dann die Nachricht, dass Matthias Pröfrock seinen Doktortitel vorübergehend nicht mehr führen wird. Wie wir wissen, werden aus solchen Vorläufigkeiten sehr schnell Endgültigkeiten. Und am Abend dann auch noch die Meldung, dass Silvana Koch-Mehrin, die bislang kein Wort zum Plagiatsvorwurf verloren hat, von allen politischen Ämtern zurücktreten wird.
Während es für die Polit-Plagiatoren immer enger wird bzw. sich einige schon verabschiedet haben, darf sich das GuttenPlag Wiki über eine Nominierung in der Kategorie “Spezial” des Grimme Online Awards freuen (Preisverleihung ist am 22. Juni). (Im Wiki macht sich derzeit übrigens ein Aktivist lesenswerte Gedanken über die Zukunft des Projekts, eventuell unter dem Markennamen “PlagiPedia”.) Und zu guter Letzt hatte auch die “Initiative Transparente Wissenschaft” in Österreich heute einen Erfolg zu verbuchen: Ohne Einwilligung des ehemaligen österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser hat die Universität Klagenfurt ein Gutachten und eine Stellungnahme zu dessen Diplomarbeit online gestellt – die Initiative hatte genau das vor vier Wochen gefordert. Wow, was für ein Tag!

In Deutschland purzeln die Doktorgrade

Mittwoch, 11. Mai 2011

Willkommen beim neuen Spiel (dank Massenmedien und vor allem Internet): “Ex-Doktor, ärgere Dich nicht”. Nach Guttenberg, zu dem der Prüfbericht der Kommission “Selbstkontrolle in der Wissenschaft” seit heute im Internet nachzulesen ist, nun also auch Veronica Saß. Zumindest drei oder vier weitere heiße Kandidaten für das Spiel, das zuletzt von VroniPlag maßgeblich gesteuert wurde, könnten folgen. Und erst vor zwei Wochen wurde auch einer Fachhochschulprofessorin der Doktortitel wegen einer plagiierten Dissertation aberkannt. Das ist erfreulich, aber womöglich sind das immer noch bloß ein paar Tropfen auf dem heißen Stein…
Auf jeden Fall gibt es jetzt eine Art “Durchgreifen”, zum Wohle der Wissenschaft. Der Befreiungsschlag gegen Blendwerke, also gegen die, die nur so tun, als ob, muss weitergehen.