Archiv für August 2010

Hegemänner und -frauen in der Wissenschaft(spublizistik)

Sonntag, 29. August 2010

In den vergangenen Tagen wurde ich des Öfteren gefragt, warum ich hier (noch) keine konkreten neuen Plagiatsfälle “oute”, also nicht endlich “Ross und Reiter beim Namen nenne” (bei mittlerweile knapp 80 Fällen müssten doch ein paar “spannende” neue dabei sein). Ja, dem es ist auch so, und die Dinge gehen hoffentlich basierend auf meinen Gutachten ihren korrekten Weg – und wenn nicht, kann ja immer noch eine Veröffentlichung folgen. Derzeit arbeite ich unter anderem an folgenden Fällen (um mir das Schicksal von Volker Riebles Buch “Das Wissenschaftsplagiat” zu ersparen, bleibe ich bis auf Weiteres bei einer weitgehend anonymen Darstellung, wie schon in meinem Buch “Das Google-Copy-Paste-Syndrom”):
- Theologische Dissertation eines “Society-Österreichers” an der Universität Innsbruck
- Katalogbeitrag einer (promovierten) Berliner Kunst- und Medienwissen-schaftlerin und Kunstvermittlerin, die einen anderen Textbeitrag nahezu wörtlich unzitiert einverleibt hat und auch, was Textsegmente aus dem Internet betrifft, durchaus Hegemann’sche Übernahme-Qualitäten aufweist
- Buch über angeblich Mysteriöses im Zusammenhang mit dem Unfalltod Jörg Haiders; der Plagiatsvorwurf betrifft aber im Moment erst einige Seiten (mein Dank für diesen Hinweis geht an Dietmar Mühlböck
)
Zumindest die ersten beiden der genannten Fälle werden juristisch anrollen bzw. sind dies bereits. Ich und die Beteiligten warten gespannt auf deren Ausgang…
Und hier noch ein Lektüretipp: Die neue Ausgabe des Journalistik-Magazins “message” widmet sich in mehreren sehr interessanten Stories dem Plagiieren im Journalismus und nennt auch betroffene Massenmedien beim Namen.

Drei Titel-Aberkennungen an der Uni Graz

Dienstag, 17. August 2010

Drei akademische Grade innerhalb eines Jahres wurden an der Universität Graz nach Plagiatsprüfungen aberkannt, berichtet das Magazin “Austria Innovativ” in seiner aktuellen Ausgabe, die mit “Den Schummlern auf der Spur” titelt (Story auf S. 16 bis 18). Wie viele Grade waren es wohl in ganz Österreich in den vergangenen fünf Jahren? Wenn ich die Grazer Zahl hochrechne, kämen wir ja glatt auf mehr als einhundert. Das wäre doch mal eine interessante Erhebung – und im Verein mit einer Überprüfung von auf menschlichem Know-How basierenden und digitalen Detektionsmethoden ein schönes Thema für (plagiatsfreie) akademische Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte.